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Personalmanagement in der Gastronomie: Mitarbeiterfluktuation gezielt senken

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Sie haben drei Wochen damit verbracht, einen vielversprechenden Commis einzuarbeiten. Er kennt endlich die Speisekarte, versteht sich gut mit dem Team, die Stammgäste erkennen ihn bereits. Und dann kommt an einem Dienstagmorgen die Nachricht: Er kommt nicht wieder. Zurück auf Anfang. Neue Stellenanzeige, neue Bewerbungsgespräche, neue Einarbeitung. Dieses Szenario erleben die meisten selbstständigen Gastronomen im DACH-Raum mehrmals im Jahr. Mitarbeiterfluktuation in der Gastronomie ist kein unvermeidliches Schicksal — es ist ein strukturelles Problem, das sich methodisch lösen lässt, wenn man die Mechanismen versteht und an den richtigen Stellschrauben dreht.

Warum die Mitarbeiterfluktuation in der Gastronomie kritische Ausmaße erreicht

Das Gastgewerbe gehört zu den Branchen mit der höchsten Personalfluktuation. Der DEHOGA Bundesverband weist regelmäßig darauf hin, dass die Fluktuationsraten in Hotellerie und Gastronomie weit über dem branchenübergreifenden Durchschnitt liegen.

Mehrere strukturelle Faktoren erklären diese Realität.

Der erste ist die Natur des Berufs selbst. Unregelmäßige Arbeitszeiten, geteilte Dienste, Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, stundenlanges Stehen, hohe Belastung während des Service: Die physischen und organisatorischen Anforderungen der Gastronomie schrecken einen wachsenden Teil der Bewerber ab.

Der zweite Faktor ist konjunktureller Natur. Seit der Corona-Krise 2020–2021 hat das Gastgewerbe einen massiven Abgang von Fachkräften erlebt. Der DEHOGA hat wiederholt auf die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung hingewiesen — mit Zehntausenden unbesetzten Stellen in der Gastronomie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der dritte Faktor ist kultureller Art. In vielen inhabergeführten Betrieben erfolgt das Personalmanagement in der Gastronomie nach wie vor aus dem Bauch heraus. Kein strukturierter Einarbeitungsprozess, keine regelmäßigen Mitarbeitergespräche, kein erkennbarer Karrierepfad. Wer sich weder gehört noch wertgeschätzt fühlt, geht — oft zu einem anderen Restaurant, das mehr verspricht, oder gleich in eine andere Branche.

Was Mitarbeiterfluktuation Ihren Betrieb wirklich kostet

Wenn ein Mitarbeiter geht, denkt man zuerst an die Rekrutierungskosten: die Stellenanzeige, die Zeit für Bewerbungsgespräche, den Verwaltungsaufwand. Doch diese sichtbaren Kosten sind nur ein Bruchteil der tatsächlichen Belastung.

Die direkten Kosten

  • Rekrutierung: Erstellung und Veröffentlichung der Stellenanzeige, Sichtung der Bewerbungen, Vorstellungsgespräche (oft mehrere Runden), Prüfung von Referenzen.
  • Verwaltung: Erstellung des Arbeitsvertrags, Anmeldung bei der Sozialversicherung, arbeitsmedizinische Untersuchung, Einrichtung der Lohnabrechnung.
  • Einarbeitung: Ein neuer Mitarbeiter ist nicht sofort produktiv. Je nach Position müssen Sie mit zwei Wochen (bei einer Aushilfe oder Spülkraft) bis zu mehreren Monaten (bei einem Chef de Rang oder Sous-Chef) rechnen, bevor die volle Leistungsfähigkeit erreicht ist.
  • Abfindungen und Entgeltfortzahlung: Je nach Betriebszugehörigkeit und Trennungsgrund können gesetzliche oder tarifvertragliche Ansprüche greifen.

Die indirekten Kosten — oft die schwerwiegenderen

  • Qualitätsverlust im Service: Eine Servicekraft, die die Speisekarte nicht kennt, bei Allergenen unsicher ist und den Rhythmus des Service noch nicht beherrscht — das merkt der Gast sofort.
  • Überlastung des bestehenden Teams: Die verbleibenden Mitarbeiter müssen die Arbeit der unbesetzten Stelle auffangen. Diese Mehrbelastung führt zu Erschöpfung, Frustration und — weiteren Kündigungen. Fluktuation erzeugt Fluktuation.
  • Verlust von Know-how: Jeder Abgang nimmt detailliertes Wissen über Ihre Rezepturen, Ihre Stammgäste, Ihre Lieferanten und all die kleinen Feinheiten mit, die den Unterschied ausmachen.
  • Auswirkungen auf den Ruf: Ein Betrieb, in dem das Personal ständig wechselt, verliert an Beständigkeit. Stammgäste, die wiederkommen, weil sie gerne von vertrauten Gesichtern begrüßt werden, bleiben irgendwann weg. Wenn Sie daran arbeiten, Ihre Gäste langfristig zu binden, sollten Sie wissen: Die Stabilität Ihres Teams ist dafür eine wesentliche Grundlage.

Insgesamt stellt der Ersatz eines Mitarbeiters in der Gastronomie einen erheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwand dar. Für ein inhabergeführtes Restaurant mit ohnehin knappen Margen ist jeder vermeidbare Abgang eine Belastung, die es zu stoppen gilt.

Die tieferen Ursachen der Fluktuation in der Gastronomie: jenseits der Klischees

Bevor Sie nach Lösungen suchen, brauchen Sie eine ehrliche Diagnose. Warum gehen Ihre Mitarbeiter? Die Antwort ist selten eindimensional — und nicht immer die, die man vermutet.

Führung — der häufigste Kündigungsgrund

Man verlässt kein Restaurant, man verlässt eine Führungskraft. Diese Erkenntnis, die branchenübergreifend belegt ist, hat in der Gastronomie eine besondere Dimension: Der Druck während des Service kann einen fachlich hervorragenden Küchenchef in eine toxische Führungskraft verwandeln.

Verhaltensweisen, die Mitarbeiter vertreiben:

  • Anschreien und Demütigungen während des Service
  • Völliges Fehlen von Anerkennung („Das ist doch selbstverständlich, dafür wirst du bezahlt")
  • Bevorzugung bei der Aufgabenverteilung oder beim Trinkgeld
  • Unfähigkeit, Konflikte im Team zu lösen
  • Dienstpläne, die auf den letzten Drücker kommuniziert werden, ohne Rücksicht auf das Privatleben

Fehlende Perspektiven

Ein Commis de Cuisine, der nicht weiß, wo er in zwei Jahren in Ihrem Betrieb stehen könnte, hat keinen Grund zu bleiben. Die meisten selbstständigen Gastronomen haben schlicht nie einen Entwicklungspfad formalisiert — nicht aus böser Absicht, sondern weil sie nicht daran gedacht haben oder nicht wissen, wie sie das umsetzen sollen.

Die Vergütung — notwendig, aber nicht ausreichend

Das Gehalt ist selten der Hauptgrund für eine Kündigung, aber oft der letzte Auslöser. Wenn ein Mitarbeiter bereits seit Wochen hadert, weil die Stimmung schlechter wird oder die Arbeitszeiten untragbar sind, reicht ein Angebot von ein paar Dutzend Euro mehr anderswo, um die Entscheidung endgültig kippen zu lassen.

Die tarifvertraglichen Vergütungen im Gastgewerbe gehören nach wie vor zu den niedrigsten am Markt. Betriebe, die die besten Fachkräfte gewinnen und halten wollen, müssen die nötigen Spielräume schaffen — was oft über eine ganzheitliche Kostenoptimierung und eine durchdachte Preisgestaltung der Speisekarte führt.

Das Ungleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben

Die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind naturgemäß anspruchsvoll. Doch es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen einem fordernden Beruf und einem Beruf, der jedes Privatleben unmöglich macht. Ein Mitarbeiter, der nie sein Wochenende planen kann, der seinen Dienstplan freitags für die kommende Woche erfährt, der keinen Tag für den Geburtstag seines Kindes freinehmen kann, ohne eine Krise auszulösen — dieser Mitarbeiter wird gehen.

8 konkrete Strategien zur Mitarbeiterbindung in Ihrem Restaurant

Mitarbeiterbindung erfordert nicht zwingend ein großes Budget. Entscheidend sind Konsequenz und Regelmäßigkeit. Hier sind acht Hebel, die Sie schrittweise aktivieren können.

1. Einen strukturierten Einarbeitungsprozess etablieren

Die ersten Tage an einem neuen Arbeitsplatz bestimmen den weiteren Verlauf der Zusammenarbeit. Ein Mitarbeiter, der ohne klare Orientierung, ohne Vorstellung beim Team und ohne Erklärung der Abläufe in den Service geworfen wird, gerät in Schwierigkeiten — und geht schneller wieder.

Ein wirksamer Einarbeitungsprozess umfasst:

  • Vor dem ersten Arbeitstag: Versand einer Willkommensnachricht mit praktischen Informationen (Arbeitszeiten, Kleiderordnung, Parkmöglichkeiten, Personalessen).
  • Tag 1: Vollständige Betriebsführung, persönliche Vorstellung bei jedem Teammitglied, Übergabe einer kompakten Willkommensmappe (keine 40 Seiten — ein Blatt, beidseitig bedruckt, genügt).
  • Woche 1: Tandem mit einem erfahrenen Mitarbeiter als Ansprechpartner. Der Neue darf nie allein vor einer Situation stehen, die er nicht bewältigen kann.
  • Ende des ersten Monats: Strukturiertes 15-Minuten-Gespräch mit dem Vorgesetzten. Wie läuft es? Welche Schwierigkeiten gibt es? Welche Fragen sind offen?

Dieser Prozess kostet kein Geld. Er kostet etwas Zeit und Organisation. Und er reduziert die Abgänge während der Probezeit erheblich.

2. Die täglichen Arbeitsbedingungen überdenken

Sie können die unregelmäßigen Arbeitszeiten und den Druck im Service nicht abschaffen — das gehört zum Beruf. Aber Sie können an allem anderen arbeiten.

  • Verlässliche Dienstpläne: Kommunizieren Sie die Dienstpläne mindestens zwei Wochen im Voraus. Nutzen Sie ein geteiltes Tool (selbst eine einfache Online-Tabelle) statt des Zettels im Umkleideraum.
  • Geteilte Dienste: Testen Sie, wo möglich, durchgehende Servicezeiten an einzelnen Tagen. Wenn eine Pause unvermeidlich ist, richten Sie einen angemessenen Ruheraum ein (nicht ein Hocker im Lagerraum).
  • Personalessen: Das ist ein starkes Signal. Ein lieblos zubereitetes Essen sagt: „Ihr seid uns egal." Ein sorgfältig zubereitetes Essen, auch wenn es einfach ist, sagt: „Ihr gehört zum Haus." Manche Gastronomen lassen die Verantwortung für das Personalessen unter den Köchen rotieren — das fördert auch die Kreativität und wird geschätzt.
  • Ausstattung: Abgetragene Sicherheitsschuhe, eine löchrige Schürze, ein stumpfes Messer — solche Details wirken nebensächlich, sagen aber viel über den Respekt aus, den Sie Ihrem Team entgegenbringen.

3. Einen strukturierten und wertschätzenden Führungsstil leben

Wertschätzende Führung ist keine weiche Führung. Es bedeutet: klare Rahmenbedingungen, eindeutige Erwartungen und eine respektvolle Kommunikation — auch wenn es im vollen Service hektisch zugeht.

Konkret:

  • Briefing vor dem Service: Fünf Minuten, um das Tagesmenü vorzustellen, wichtige Reservierungen durchzugehen, auf relevante Allergene hinzuweisen und die Ziele für den Service zu benennen. Dieses Ritual schweißt das Team zusammen und vermeidet stressige Improvisationen.
  • Nachbesprechung nach dem Service: Was hat gut funktioniert? Was können wir verbessern? Drei Minuten reichen. Wichtig ist, es regelmäßig zu tun — nicht, daraus eine formelle Besprechung zu machen.
  • Direktes und konstruktives Feedback: Kritisieren Sie das Verhalten, nie die Person. „Das Eindecken an Tisch 7 war heute Abend nicht auf dem Niveau, ich zeige es dir morgen" — nicht „Du bist unfähig."
  • Ausdrückliche Anerkennung: Ein „Gut gemacht heute Abend" nach einem anstrengenden Service kostet nichts und bedeutet viel.

4. Klare Entwicklungsperspektiven bieten

Selbst in einem kleinen Betrieb lassen sich Entwicklungsstufen schaffen.

  • Ein Commis kann zum Chef de Partie aufsteigen, dann zum Sous-Chef.
  • Ein Runner kann sich zur Servicekraft entwickeln, dann zum Chef de Rang.
  • Ein Chef de Rang kann die Einarbeitung neuer Mitarbeiter übernehmen und dann eine Rolle als Restaurantleitung einnehmen.

Entscheidend ist, diese Möglichkeiten auszusprechen. Stellen Sie in den Mitarbeitergesprächen (die Sie mindestens zweimal im Jahr führen sollten) die Frage: „Wo sehen Sie sich in einem Jahr bei uns? Was brauchen Sie, um dorthin zu kommen?"

Investieren Sie auch in Weiterbildung. Ein Mitarbeiter, der neue Techniken erlernt, eine Sommelier-Qualifikation oder eine Hygieneschulung absolviert, ein Praktikum bei einem Kollegen macht — das ist ein Mitarbeiter, der mit Ihrem Betrieb wächst, anstatt ihn zu verlassen, um woanders zu wachsen.

5. Eine durchdachte Vergütungspolitik aufbauen

Vielleicht können Sie nicht die Gehälter eines Sternerestaurants zahlen. Aber Sie können ein attraktives Gesamtpaket schnüren.

Über das Grundgehalt hinaus:

  • Leistungsbezogene Prämien: Prämie für bruchfreien Service, Prämie für Gästezufriedenheit, Anwesenheitsprämie. Achten Sie darauf, dass die Kriterien klar, messbar und als gerecht empfunden werden.
  • Trinkgeldverteilung: Formalisieren Sie die Aufteilung. Ein intransparentes oder als ungerecht empfundenes System ist eine der Hauptursachen für Spannungen und Kündigungen.
  • Sachleistungen: Personalessen, betriebliche Zusatzversicherung, Vergünstigungen bei lokalen Partnern (Fitnessstudio, Reinigung …). In der Schweiz lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Gesamtarbeitsverträge (GAV), die teils zusätzliche Leistungen vorsehen.
  • Erfolgsbeteiligung: Für besonders treue Teams kann ein Beteiligungsmodell am Betriebsergebnis sinnvoll sein. Das bringt die Interessen aller auf eine Linie.

Es geht nicht darum, mehr auszugeben, sondern klüger — und klar zu kommunizieren, was das Gesamtpaket tatsächlich wert ist.

6. Eine starke Teamkultur aufbauen

Ein eingespieltes Team ist ein Team, das bleibt. Die menschlichen Bindungen unter Kollegen gehören zu den wirksamsten Gegenmitteln gegen Fluktuation — man zögert, Menschen zu verlassen, die man schätzt.

Einige Ansätze zur Stärkung des Zusammenhalts:

  • Gemeinsame Essen außerhalb der Arbeit: Ein vierteljährliches Abendessen in einem anderen Restaurant, ein Grillabend im Sommer, ein gemeinsames Getränk nach einem intensiven Service. Diese informellen Momente schaffen Vertrautheit.
  • Gemeinsame Aktivitäten: Ein kulinarischer Team-Building-Workshop, ein frühmorgendlicher Besuch auf dem Großmarkt, eine Besichtigung bei einem regionalen Erzeuger. Geteilte Erlebnisse stärken das Zugehörigkeitsgefühl.
  • Erfolge feiern: Eine gute Google-Bewertung, die eine Servicekraft namentlich erwähnt, ein neuer Gästerekord, ein besonders gelungenes Gericht — feiern Sie solche Momente, auch im Kleinen.
  • Einbeziehung in Entscheidungen: Fragen Sie Ihr Team nach seiner Meinung zur neuen Speisekarte, zur Raumgestaltung, zur Wahl eines neuen Lieferanten. Wer einbezogen wird, ist engagiert.

7. Ihrem Team aktiv und regelmäßig zuhören

Zuhören darf sich nicht auf die offene Bürotür beschränken. Die meisten Mitarbeiter werden Ihnen nie von sich aus sagen, was nicht stimmt — aus Scheu, aus Zurückhaltung oder schlicht, weil sie nicht daran denken.

Etablieren Sie proaktive Feedbackmechanismen:

  • Halbjährliche Einzelgespräche: Kein Verhör, sondern ein Gespräch. Wie fühlen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz? Was würde Ihnen den Alltag erleichtern? Was frustriert Sie? Machen Sie sich Notizen und — vor allem — handeln Sie danach.
  • Anonymer Ideenbriefkasten: Ein einfaches Heft im Pausenraum oder ein Online-Formular. Anonymität erleichtert es, auch heikle Themen anzusprechen.
  • Beobachtung vor Ort: Seien Sie während des Service präsent, nicht nur in Ihrem Büro. Beobachten Sie die Interaktionen, die Spannungen, die Momente der Unsicherheit. Die Körpersprache Ihres Teams verrät Ihnen genauso viel wie Worte.

Ein Mitarbeiter, der sich gehört fühlt, erträgt die Belastungen des Berufs besser. Ein Mitarbeiter, der das Gefühl hat, gegen eine Wand zu reden, sammelt Frust an — bis er geht.

8. Die Arbeitswerkzeuge im Alltag vereinfachen und modernisieren

Ein oft unterschätzter Aspekt des Personalmanagements in der Gastronomie betrifft die Arbeitsmittel. Umständliche Abläufe, veraltete Tools oder unnötig komplizierte Verwaltungsaufgaben erzeugen täglichen Frust — insbesondere bei jüngeren Mitarbeitern, die aus ihrem Privatleben intuitive digitale Oberflächen gewohnt sind.

Die Digitalisierung bestimmter Aufgaben (Bestellaufnahme, Reservierungsmanagement, interne Kommunikation) kann den Arbeitskomfort Ihres Teams spürbar verbessern. Eine Servicekraft, die Bestellungen effizient und fehlerfrei aufnehmen kann, ist weniger gestresst, aufmerksamer gegenüber dem Gast — und zufriedener mit der eigenen Arbeit.

Ebenso lässt sich der Rekrutierungsprozess selbst beschleunigen. Wenn eine Stelle frei wird, belastet jeder Tag ohne Nachfolge das verbleibende Team.

💡 Gut zu wissen: ALaCarte.Direct bietet ein spezialisiertes Recruiting-Tool für die Gastronomie — Stellenangebote und Kandidaten im Gastgewerbe — mit dem Sie Ihre Anzeigen veröffentlichen und auf Fachkräfteprofile aus der Branche zugreifen können. So verkürzen Sie die Zeit zwischen einem Abgang und der Einstellung eines Nachfolgers.

So messen Sie die Mitarbeiterfluktuation in Ihrem Restaurant

Man kann nur verbessern, was man misst. So verfolgen Sie die Fluktuation in Ihrem Betrieb einfach und praxistauglich.

Die Grundformel

Die Fluktuationsrate wird über einen bestimmten Zeitraum berechnet (in der Regel ein Jahr):

Fluktuationsrate = (Anzahl der Abgänge im Zeitraum / durchschnittlicher Personalbestand im Zeitraum) × 100

Der durchschnittliche Personalbestand berechnet sich wie folgt: (Personalbestand zu Beginn des Zeitraums + Personalbestand am Ende) / 2.

Beispiel: Sie haben zu Jahresbeginn 12 Mitarbeiter, zum Jahresende 14 (Durchschnitt: 13), und 5 Personen haben im Laufe des Jahres den Betrieb verlassen. Ihre Fluktuationsrate beträgt (5/13) × 100 = 38,5 %.

Die Analyse verfeinern

Die reine Kennzahl allein reicht nicht. Unterscheiden Sie:

  • Freiwillige vs. unfreiwillige Fluktuation: Ein Mitarbeiter, der selbst kündigt, und ein Mitarbeiter, dessen befristeter Vertrag ausläuft, stellen unterschiedliche Probleme dar. Konzentrieren Sie sich auf die freiwillige Fluktuation — dort haben Sie Einflussmöglichkeiten.
  • Fluktuation nach Position: Wenn Sie drei Spülkräfte pro Jahr verlieren, aber Ihre Köche fünf Jahre bleiben, ist das Problem lokalisiert. Die Lösung ebenso.
  • Fluktuation während der Probezeit: Eine hohe Abgangsrate in den ersten drei Monaten deutet auf ein Einarbeitungsproblem oder eine Diskrepanz zwischen dem hin, was im Bewerbungsgespräch versprochen wurde, und der Realität des Arbeitsplatzes.
  • Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei Austritt: Gehen Ihre Mitarbeiter nach 6 Monaten, 18 Monaten, 3 Jahren? Jede Schwelle erzählt eine andere Geschichte.

Ergänzende Kennzahlen, die Sie im Blick behalten sollten

Über die Fluktuation hinaus gibt es weitere Warnsignale, die Sie rechtzeitig alarmieren:

  • Fehlzeitenquote: Ein Anstieg der Fehlzeiten geht einer Kündigungswelle oft voraus. Es ist ein Zeichen nachlassenden Engagements.
  • Wiederholtes Zuspätkommen: Ein bislang pünktlicher Mitarbeiter, der plötzlich regelmäßig zu spät kommt, sendet ein Signal.
  • Nachlassende Servicequalität: Zunehmende Gästebeschwerden, Bestellfehler, Vergesslichkeiten — wenn das Team innerlich abschaltet, zeigt sich das auf dem Teller und am Tisch.
  • Ungewöhnliche Urlaubsanträge: Ein Mitarbeiter, der halbe Tage für „persönliche Termine" einreicht, führt möglicherweise gerade Bewerbungsgespräche anderswo.

Erstellen Sie eine einfache Übersichtstabelle — eine Tabellenkalkulation genügt — und aktualisieren Sie sie monatlich. Diese Nachverfolgung ermöglicht es Ihnen, Trends zu erkennen und zu handeln, bevor sich die Situation verschlechtert. Diese Maßnahme fügt sich in ein umfassenderes Kostenmanagement ein, denn jeder vermiedene Abgang ist eine direkte Ersparnis für Ihren Betrieb.

Die Rolle der Personalgewinnung bei der Reduzierung der Fluktuation

Die beste Bindungsstrategie beginnt vor der Einstellung. Eine übereilte Rekrutierung — weil man unter Druck steht, weil es an Bewerbern mangelt, weil man hofft, dass es „schon klappen wird" — ist die häufigste Ursache für frühzeitige Fluktuation.

Die Stelle präzise definieren, bevor Sie rekrutieren

Bevor Sie eine Anzeige schalten, nehmen Sie sich 30 Minuten, um Folgendes festzuhalten:

  • Die konkreten Aufgaben der Stelle (nicht „vielseitige Servicekraft", sondern eine detaillierte Aufgabenbeschreibung)
  • Die tatsächlichen Arbeitszeiten (nicht „nach Vereinbarung", sondern der typische Dienstplan)
  • Die unverzichtbaren Kompetenzen im Vergleich zu jenen, die Sie selbst schulen können
  • Was Sie konkret bieten (Gehalt, Zusatzleistungen, Arbeitsatmosphäre, Perspektiven)

Eine ehrliche und präzise Stellenanzeige zieht weniger Bewerber an — aber bessere. Und wer genau weiß, was ihn erwartet, wird deutlich seltener nach drei Wochen wieder gehen.

Nach Werten ebenso wie nach Kompetenzen einstellen

Ein hervorragender Koch, der Teamarbeit nicht verträgt, wird zum Problem. Eine fachlich durchschnittliche Servicekraft, die freundlich, zuverlässig und motiviert ist, wird zur Stütze — denn fachliche Fähigkeiten lassen sich vermitteln, die richtige Einstellung deutlich schwerer.

Stellen Sie im Bewerbungsgespräch situationsbezogene Fragen:

  • „Ein Gast schickt ein Gericht zurück und behauptet, es sei nicht das, was er bestellt hat — obwohl es stimmt. Was tun Sie?"
  • „Ihr Kollege ist völlig überlastet und Sie haben Ihre Tische abgeräumt. Wie reagieren Sie?"
  • „Der Service ist vorbei, es ist 23:30 Uhr, und es muss noch geputzt werden. Wie verhalten Sie sich?"

Die Antworten verraten Ihnen mehr als jeder Lebenslauf.

Die Stelle nicht schönreden

Die Versuchung ist groß, insbesondere bei schwieriger Bewerbersuche, die Stelle im besten Licht zu präsentieren und die Belastungen zu verschweigen. Das ist kontraproduktiv. Ein Mitarbeiter, der auf Basis übertriebener Versprechen eingestellt wurde, fühlt sich getäuscht — und geht umso schneller und umso verbitterter.

Seien Sie transparent bei den Arbeitszeiten, den Stoßzeiten und den geteilten Diensten. Ein Bewerber, der die Stelle in voller Kenntnis der Gegebenheiten annimmt, ist ein Bewerber, der bleibt.

Einen Maßnahmenplan gegen Fluktuation erstellen: Wo anfangen

All das kann überwältigend wirken. Wo anfangen, wenn man ein Restaurant im Tagesgeschäft führt, mit laufendem Servicebetrieb und ständigen Dringlichkeiten?

Die Antwort: mit einer einzigen Maßnahme, aber der richtigen.

Schritt 1 — Analysieren. Berechnen Sie Ihre aktuelle Fluktuationsrate. Identifizieren Sie die am stärksten betroffenen Positionen und Zeiträume. Wenn möglich, kontaktieren Sie ehemalige Mitarbeiter, um zu verstehen, warum sie gegangen sind (ein einfacher Anruf, ohne Vorwürfe, nur um zu verstehen).

Schritt 2 — Priorisieren. Welche der identifizierten Ursachen können Sie am schnellsten und mit der größten Wirkung beheben? Das ist Ihre erste Baustelle.

Schritt 3 — Handeln. Setzen Sie diese Woche eine erste konkrete Maßnahme um:

  • Wenn das Problem die Einarbeitung ist: Erstellen Sie Ihre Willkommensmappe und benennen Sie einen Ansprechpartner für den nächsten neuen Mitarbeiter.
  • Wenn das Problem die Führung ist: Führen Sie ab morgen das Briefing vor dem Service ein.
  • Wenn das Problem die Kommunikation ist: Planen Sie Ihre ersten Einzelgespräche innerhalb der nächsten zwei Wochen.
  • Wenn das Problem die Personalgewinnung ist: Veröffentlichen Sie Ihre nächste Stellenanzeige über ein spezialisiertes Recruiting-Tool für die Gastronomie, um die richtigen Fachkräfte zu erreichen.

Schritt 4 — Messen. Verfolgen Sie Ihre Fluktuationsrate Monat für Monat. Vergleichen Sie. Justieren Sie nach.

Personalmanagement in der Gastronomie ist kein Randthema — es ist das Herzstück Ihrer Rentabilität. Ein Restaurant — das sind Menschen, die für Menschen da sind. Wenn Ihr Team instabil, demotiviert oder unzureichend eingearbeitet ist, kann keine noch so brillante Speisekarte das ausgleichen. Umgekehrt verwandelt ein stabiles, kompetentes und engagiertes Team ein gutes Restaurant in eine Adresse, zu der Gäste gerne wiederkommen — und über die sie in ihrem Umfeld sprechen.

Mitarbeiterfluktuation in der Gastronomie bekämpft man jeden Tag, in den kleinen Gesten ebenso wie in den großen Entscheidungen. Jeder Mitarbeiter, den Sie halten können, ist eine Investition, die sich auszahlt — in Servicequalität, in Gästezufriedenheit und in Ihrer eigenen Gelassenheit. Beginnen Sie heute mit einer einzigen Maßnahme. Dann eine weitere nächste Woche. So bauen Sie Schritt für Schritt das loyale Team auf, das den nachhaltigen Erfolg Ihres Betriebs sichert.

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Sophie - Rédaction ALaCarte
Sophie - Rédaction ALaCarte

FoodTech & Innovation Restauration

L'équipe éditoriale d'ALaCarte.Direct, spécialiste de la digitalisation des restaurants et de l'innovation FoodTech.

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