Die Nettomarge eines Restaurants liegt im Durchschnitt zwischen 3 und 5 % des Umsatzes. Die Gastronomie gehört zu den anspruchsvollsten Branchen in Sachen Rentabilität: Zwischen Wareneinsatz, Personalkosten, Miete und Fixkosten bleibt wenig Spielraum für Improvisation. Und dennoch arbeiten Tausende von Betrieben nicht wegen fehlender Gäste in den roten Zahlen, sondern wegen mangelnder betriebswirtschaftlicher Steuerung.
Die gute Nachricht: Kosten zu optimieren bedeutet nicht, die Qualität zu senken. Ganz im Gegenteil — die rentabelsten Gastronomen sind oft diejenigen, die den besten Service bieten, weil sie ihre Ressourcen intelligent einsetzen. Ein zusätzlicher Margenpunkt bei einem Jahresumsatz von 400.000 € bedeutet 4.000 € netto mehr in der Kasse — jedes Jahr. Vertiefen Sie das Thema: Verstehen Sie, was Gäste wirklich erwarten, um Ihr Angebot zu optimieren und Verluste zu reduzieren.
Dieser Leitfaden stellt Ihnen 7 konkrete Stellschrauben vor, die Sie sofort nutzen können, um Ihre Rentabilität zu verbessern, ohne das Gästeerlebnis zu opfern: Wareneinsatz, Speisekartengestaltung, Lebensmittelverschwendung, Einkauf, Personal, Digitalisierung und Fixkosten. Jede Stellschraube stützt sich auf belastbare Zahlen und Praxisbeispiele, die Sie direkt in Ihrem Betrieb umsetzen können. Vertiefen Sie das Thema: Vermeiden Sie diese 7 fatalen Fehler, die die Rentabilität Ihres Restaurants ruinieren. Vertiefen Sie das Thema: Einfache Digitalisierung für Ihr Restaurant bringt sofortige Einsparungen. Vertiefen Sie das Thema: Entdecken Sie die 20 Vorteile der digitalen Speisekarte mit detaillierter ROI-Berechnung.
1. Den Wareneinsatz beherrschen: die entscheidende Kennzahl
Der Wareneinsatz (Food Cost) ist das Verhältnis zwischen den Kosten der verwendeten Zutaten und dem erzielten Umsatz. Es ist die erste Kennzahl, die ein Gastronomieberater unter die Lupe nimmt. Und das aus gutem Grund: Hier entscheiden sich in den meisten Betrieben zwischen 5 und 15 Margenpunkte. Vertiefen Sie das Thema: Lernen Sie, den Wareneinsatz Ihrer Speisekarte präzise zu berechnen — mit unserer einfachen Methode.
Wie hoch sollte der Wareneinsatz idealerweise sein?
In der klassischen Gastronomie liegt der ideale Wareneinsatz zwischen 28 und 32 % des Netto-Verkaufspreises. Unter 28 % riskieren Sie, die wahrgenommene Qualität zu beeinträchtigen. Über 35 % arbeiten Sie bei vielen Gerichten mit Verlust. Schnellrestaurants und Imbisse streben eher 25–28 % an, während gehobene Restaurants einen höheren Wareneinsatz (35–40 %) akzeptieren und dies durch höhere Verkaufspreise und eine optimierte Auslastung kompensieren.
Wie berechnet man ihn?
Die Formel ist einfach:
Wareneinsatz (%) = (Zutatenkosten des Gerichts ÷ Netto-Verkaufspreis) × 100
Konkretes Beispiel: Ein gegrilltes Lachsgericht kostet 4,80 € an Zutaten (Portion 180 g à 22 €/kg = 3,96 € + Beilage 0,84 €) und wird für 16 € netto verkauft. Wareneinsatz = (4,80 / 16) × 100 = 30 %. Das liegt im Zielbereich.
Wenn nun eine zu großzügig dosierte Sauce hinzukommt (40 g statt der im Rezeptblatt vorgesehenen 25 g), steigen die Kosten auf 5,40 €, was einem Wareneinsatz von 33,75 % entspricht. Multiplizieren Sie diese Abweichung mit 40 Gedecken pro Tag und 300 Tagen im Jahr: Sie haben gerade 7.200 € Marge pro Jahr bei einem einzigen Gericht verloren.
Das Rezeptblatt: ein grundlegendes Werkzeug, das oft fehlt
Das Rezeptblatt ist die detaillierte Zubereitungsanleitung eines Gerichts mit präzisen Grammangaben jeder Zutat, deren Stückkosten und den Gesamtkosten der Portion. Es ist das wichtigste Instrument zur Kontrolle des Wareneinsatzes — und 60 % der Restaurants haben keines für ihre gesamte Speisekarte.
Ein gut aufgebautes Rezeptblatt ermöglicht es:
- Stimmige Preise festzulegen, die Ihren Margenzielen entsprechen
- Das Küchenteam zu schulen auf reproduzierbare Standards
- Abweichungen schnell zu erkennen (zu große Portionen, Zutatenaustausch)
- Preise anzupassen, wenn sich die Einkaufskosten ändern (Inflation, Saisonalität)
Beginnen Sie mit den 10 Gerichten, die 70 % Ihres Umsatzes ausmachen. Erstellen Sie deren Rezeptblätter, berechnen Sie den tatsächlichen Wareneinsatz und vergleichen Sie ihn mit Ihrem Zielwert. Die Abweichungen werden Sie häufig überraschen.
Die monatliche Inventur: das Sicherheitsnetz
Ein theoretischer Wareneinsatz (berechnet auf Basis der Rezeptblätter) ohne Abgleich mit dem tatsächlichen Wareneinsatz (berechnet auf Basis der Bestände) ist wertlos. Die monatliche Inventur — idealerweise wöchentlich für hochpreisige Produkte — ermöglicht es, die Abweichung zu messen und deren Ursachen zu identifizieren: Verschwendung, Schwund, Dosierfehler, falsch kalkulierte Erträge.
2. Die Speisekarte optimieren: Menu Engineering
Ihre Speisekarte ist nicht nur ein Verkaufsinstrument — sie ist ein Steuerungswerkzeug für die Rentabilität. Jedes Gericht hat ein anderes Profil: Manche verkaufen sich häufig, bringen aber wenig ein; andere sind hochprofitabel, werden aber zu selten bestellt. Das Menu Engineering hilft Ihnen zu identifizieren, welche Gerichte Sie beibehalten, hervorheben, überarbeiten oder streichen sollten.
Die BCG-Matrix für die Speisekarte
Gerichte werden nach zwei Achsen klassifiziert: ihrer Beliebtheit (Verkaufsvolumen) und ihrer Rentabilität (Deckungsbeitrag pro Portion). Daraus ergeben sich vier Kategorien:
- ⭐ Stars (Renner & Gewinner): sehr beliebt UND sehr rentabel → hervorheben, Präsentation optimieren, Gäste an diese Gerichte binden
- 🐄 Plowhorses (Renner & Verlierer): sehr beliebt, aber wenig rentabel → Preis leicht erhöhen oder Kosten senken (günstigere Beilage, Portion leicht anpassen)
- 🧩 Puzzles (Schläfer & Gewinner): wenig beliebt, aber sehr rentabel → Platzierung auf der Karte verbessern, Servicepersonal schulen, diese aktiv zu empfehlen
- 🐕 Dogs (Schläfer & Verlierer): wenig beliebt UND wenig rentabel → streichen oder komplett neu gestalten
Führen Sie diese Analyse zweimal jährlich durch, um eine lebendige, rentable und stimmige Speisekarte zu gewährleisten.
Die 70-%-Regel
Eine zu umfangreiche Speisekarte ist eine Falle: Sie erschwert die Lagerhaltung, erhöht die Verschwendung und verwässert die Identität Ihres Betriebs. Die Faustregel: Die 20 % der meistverkauften Gerichte machen in der Regel 70 % Ihres Umsatzes aus. Eine kompakte Karte (12 bis 18 Gerichte bei Vorspeise-Hauptgang-Dessert) ist oft rentabler als eine Karte mit 40 Positionen.
Psychologische Hebel der Speisekarte
Beim Menu Engineering geht es auch um die Gestaltung und Präsentation Ihrer Karte. Einige bewährte Prinzipien:
- Highlight-Gerichte visuell hervorheben (Stars und Puzzles), um den Blick darauf zu lenken
- Das €-Zeichen weglassen: Studien zeigen, dass Gäste mehr ausgeben, wenn Preise ohne Währungssymbol angegeben werden
- Rentable Gerichte oben rechts platzieren: Das ist die Zone, die der Blick zuerst erfasst
- Ansprechende Beschreibungen: „Rosa gebratene Entenbrust mit karamellisierten Feigen aus der Pfalz" verkauft sich besser und rechtfertigt einen höheren Preis als „Entenbrust aus dem Ofen"
3. Lebensmittelverschwendung reduzieren: Geld retten, das im Müll landet
Lebensmittelverschwendung kostet ein mittelgroßes Restaurant durchschnittlich 15.000 bis 30.000 € pro Jahr. Branchenstudien schätzen, dass 10 bis 15 % der Lebensmitteleinkäufe in der Gastronomie im Müll landen — zwischen Küchenabfällen (Schalen, Verschnitt), nicht servierten Portionen und Bestellfehlern. Hier liegt ein erhebliches Rentabilitätspotenzial, das oft ungenutzt bleibt.
Abfall wiegen: die Schockdiagnose
Der erste Schritt ist einfach: Wiegen Sie Ihre Lebensmittelabfälle eine Woche lang und trennen Sie diese nach Kategorien (unverbrauchte Produkte, Tellerreste, Tagesüberproduktion). Diese Bestandsaufnahme offenbart häufig Überraschungen. Ein Restaurant, das glaubte, seine Bestände gut zu verwalten, stellt fest, dass es Waren im Wert von 800 € pro Woche wegwirft.
Das FIFO-Prinzip (First In, First Out)
Die FIFO-Regel — zuerst rein, zuerst raus — ist die Grundlage der Frischwarenverwaltung. Die zuerst gelieferten Produkte müssen zuerst verbraucht werden. Das klingt selbstverständlich, erfordert in der Praxis aber Disziplin: Waren mit dem Eingangsdatum beschriften, Kühlräume und Kühlschränke so organisieren, dass ältere Produkte immer vorne stehen.
In Kombination mit einem präzisen Bestellsystem, das auf Verkaufshistorien basiert (und nicht auf der Intuition des Küchenchefs oder Betreibers), kann die FIFO-Methode die Verluste je nach Betrieb um 20 bis 40 % senken.
Reste und Verschnitt verwerten
Gemüseschalen werden zu Brühe. Saucenreste fließen in Tagesgerichte ein. Altbackenes Brot wird zu Arme Ritter, Croûtons und hausgemachter Panade. Diese „Zero Waste"-Philosophie ist kein bloßer Trend — sie ist wirtschaftlich vernünftig.
Einige konkrete Ideen:
- Fleischparüren → Terrinen, Rillettes, Schmorgerichte
- Überreifes Gemüse → Suppen, Cremesuppen, Saucengrundlagen
- Angebrochener Käse → Fondues, Gratins, Croque-Monsieur
- Obstreste → Coulis, hausgemachte Sorbets
Too Good To Go und andere Partnerschaften gegen Verschwendung
Die Plattform Too Good To Go ermöglicht es, übrig gebliebene Speisen am Ende des Services als „Überraschungstüten" zu einem reduzierten Preis (zwischen 3 und 5 €) zu verkaufen. Statt wegzuwerfen, decken Sie einen Teil Ihrer Warenkosten und gewinnen neue Gäste. In der DACH-Region nutzen bereits Tausende gastronomische Betriebe diesen Service. Die durchschnittliche Bilanz: 50 bis 150 € zusätzliche Einnahmen pro Woche für einen Betrieb mit 50 Sitzplätzen.
4. Den Einkauf optimieren: besser verhandeln, intelligenter einkaufen
Der Einkauf macht in der Regel 25 bis 35 % des Umsatzes eines Restaurants aus. Es ist der Kostenblock, an dem sich kurzfristig am meisten bewegen lässt. Mit einigen strukturierten Maßnahmen lässt sich dieser Anteil um 3 bis 5 Prozentpunkte senken, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
Lieferanten regelmäßig überprüfen
Viele Gastronomen arbeiten seit Jahren mit denselben Lieferanten, ohne die Konditionen jemals in Frage zu stellen. Das ist ein Fehler. Der Markt verändert sich, der Wettbewerb spielt, und Sie haben eine Verhandlungsposition, die Sie nicht nutzen. Führen Sie jährlich Preisvergleiche bei Ihren 10 wichtigsten Einkaufspositionen durch: Holen Sie Vergleichsangebote ein, legen Sie diese Ihren aktuellen Lieferanten vor, verhandeln Sie.
Allein eine Ausschreibung für Fleisch, Milchprodukte und Getränke kann 5 bis 12 % Einsparungen bei diesen Positionen bringen — ohne das Qualitätsniveau zu ändern.
Einkaufsgemeinschaften
Einkaufszentralen und -gemeinschaften ermöglichen auch unabhängigen Betrieben den Zugang zu Großhandelskonditionen. Anbieter wie Transgourmet, Metro, Chefs Culinar oder regionale Gastronomenverbände (z. B. über den DEHOGA) bieten volumenbasierte Sonderkonditionen. Unabhängige Gastronomen, die einer Einkaufsgemeinschaft beitreten, berichten von Einsparungen von 8 bis 15 % bei ihren Lebensmitteleinkäufen.
Saisonalität nutzen
Saisonales Gemüse kostet 30 bis 50 % weniger als importierte Ware außerhalb der Saison — und es ist frischer und geschmackvoller. Die Speisekarte an die Jahreszeiten anzupassen ist zugleich ein Verkaufsargument (regionale und frische Produkte) und ein bedeutender Hebel zur Kostenoptimierung. In der Praxis:
- Speisekartenwechsel 4-mal pro Jahr planen (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)
- 2 bis 3 wechselnde „Marktgerichte" pro Woche einführen, um günstige Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen
- Das Serviceteam schulen, saisonale Produkte aktiv zu empfehlen
Direktvermarktung: ein wirtschaftlicher und marketingtechnischer Vorteil
Die direkte Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern eliminiert Zwischenhändler. Bei bestimmten Produkten (Geflügel, Gemüse, Käse) können die Einsparungen 15 bis 25 % gegenüber dem klassischen Großhandel betragen — bei besserer Rückverfolgbarkeit und höherer Qualität. Das ist zugleich ein starkes Kommunikationsargument, das von einer zunehmend herkunftsbewussten Kundschaft geschätzt wird.
5. Personalkosten senken, ohne das Team zu demotivieren
Die Personalkosten machen in einem gut geführten Restaurant 30 bis 35 % des Umsatzes aus — in suboptimal geführten Betrieben oft deutlich mehr. Es ist der zweitgrößte Kostenblock nach dem Wareneinsatz und einer der heikelsten, da er direkt die Menschen und die Servicequalität betrifft.
Dienstpläne nach tatsächlicher Auslastung optimieren
Zu viele Gastronomen planen ihre Teams „nach Gewohnheit" statt auf Basis von Reservierungen und Auslastungshistorie. Dabei sind die Schwankungen erheblich: Ein Dienstagmittag im Januar erfordert nicht dasselbe Personal wie ein Freitagabend im Juli. Die Nutzung von Reservierungsdaten und der Gästehistorie für dynamische Dienstpläne kann unproduktive Arbeitsstunden um 10 bis 20 % reduzieren.
Konkret: Wenn Ihre Daten zeigen, dass der Montagabend nur 40 % der Gästezahlen des Dienstagabends erreicht, sollten Sie erwägen, montags abends zu schließen — oder einen Minimalbetrieb mit 1 Servicekraft statt 3 zu fahren.
Vielseitigkeit: eine lohnende Investition
Mitarbeiter vielseitig zu schulen — ein Commis, der auch spülen kann, eine Servicekraft, die auch die Kasse bedient — ermöglicht es, Spitzenzeiten ohne Neueinstellungen abzufangen und Ausfälle ohne Chaos zu bewältigen. Gleichzeitig ist es ein Instrument der Weiterentwicklung, das von den Beschäftigten selbst geschätzt wird.
Eine Investition von 2 bis 3 Tagen Cross-Training pro Quartal generiert laufende Einsparungen bei Vertretungen und Zeitarbeit — deren Kosten 20 bis 30 % über denen einer vergleichbaren Festanstellung liegen.
Überstunden besser in den Griff bekommen
Überstunden kosten gemäß den gesetzlichen Bestimmungen mindestens 25 % mehr als reguläre Arbeitsstunden. In vielen Betrieben resultieren sie aus mangelhafter Organisation statt aus tatsächlicher Überlastung. Eine einfache Auswertung der Arbeitszeiterfassung über 3 Monate zeigt oft vermeidbare Muster auf: Besprechungen außerhalb der Servicezeiten, schlecht organisierte mise en place, fehlende Abstimmung zwischen Küche und Service.
6. Digitalisieren und sparen: weniger Papier, mehr Daten
Digitalisierung ist längst nicht mehr nur großen Ketten vorbehalten. Heute ermöglichen zugängliche Tools bereits ab dem ersten Betrieb, Betriebskosten zu senken und gleichzeitig das Gästeerlebnis sowie die Qualität der Managemententscheidungen zu verbessern.
Die digitale Speisekarte: sofortiges Einsparpotenzial
Ein Restaurant, das seine Speisekarten druckt, gibt zwischen 300 und 800 € pro Jahr aus — manchmal mehr, wenn die Karte häufig wechselt oder Laminierungen und Einrahmungen anfallen. Die digitale Speisekarte (zugänglich per QR-Code) eliminiert diese Kosten und bietet maximale Flexibilität: einen Preis ändern, ein ausverkauftes Gericht entfernen, ein Tagesangebot hinzufügen — das geht in Sekunden, direkt vom Smartphone.
Die Bestellung am Tisch: weniger Fehler, besserer Service
Bestellfehler sind teuer: Gericht neu zubereiten, unzufriedener Gast, Gratis-Essen als Entschädigung. Branchenstudien schätzen, dass Bestellfehler 1 bis 2 % des Umsatzes an direkten Kosten (neu zubereitete Gerichte) und indirekten Kosten (negative Bewertungen, ausbleibende Stammgäste) ausmachen. Die digitale Bestellung am Tisch reduziert diese Fehler signifikant und sorgt gleichzeitig für einen flüssigeren Serviceablauf.
ALaCarte.Direct: der kostenlose Einstieg
Tools wie ALaCarte.Direct ermöglichen den kostenlosen Start mit einer professionellen digitalen Speisekarte, zugänglich per QR-Code und automatisch in mehrere Sprachen übersetzt. Für ein Restaurant mit internationalem Publikum kann die automatische Übersetzung der Speisekarte eine Ersparnis von 200 bis 500 € pro Jahr gegenüber gedruckten mehrsprachigen Karten bedeuten. Vertiefen Sie das Thema: Sobald Ihre Kosten optimiert sind, steigern Sie Ihren Umsatz mit diesen kostenlosen Marketingstrategien.
Echtzeitdaten: bessere Entscheidungen treffen
Der wahre Wert der Digitalisierung liegt in den Daten, die sie liefert. Welche Gerichte verkaufen sich am besten? Zu welcher Uhrzeit? Wie hoch ist der durchschnittliche Bon pro Service? An welchen Tagen bestellen die Gäste am meisten Desserts? Diese Informationen, kombiniert mit Ihrem Wareneinsatz und Ihrem Dienstplan, ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung. Das ist der Unterschied zwischen Bauchgefühl und datenbasierter Betriebsführung.
7. Energie und Fixkosten: die vergessenen Einsparpotenziale
Energie und Fixkosten machen durchschnittlich 8 bis 12 % des Umsatzes eines Restaurants aus. Sie werden häufig als unveränderlich betrachtet — als „nicht komprimierbarer" Posten. In Wirklichkeit sind mit einem strukturierten Ansatz Einsparungen von 15 bis 30 % realisierbar.
Das Energieaudit: unverzichtbarer Ausgangspunkt
Bevor Sie handeln, müssen Sie messen. Ein einfaches Energieaudit — das häufig kostenlos von Energieversorgern oder den Industrie- und Handelskammern (IHK) angeboten wird — identifiziert die Verbrauchsschwerpunkte und Anomalien: falsch eingestellter Ofen, Kühlraum mit defekter Dichtung, Gastraumbeleuchtung, die den ganzen Tag unnötig brennt.
In der Gastronomie sind die Hauptverbraucher:
- Die Küche (Öfen, Herde, Fritteusen): 40 bis 50 % des Verbrauchs
- Die Kühlung (Kühlräume, Kühlschränke): 20 bis 30 %
- Beleuchtung und Heizung des Gastraums: 20 bis 25 %
- Die Klimaanlage: je nach Region und Jahreszeit variabel
Maßnahmen mit schneller Wirkung
- Auf LED-Beleuchtung umstellen: 60 bis 75 % Einsparung beim Beleuchtungsposten. Amortisation in den meisten Fällen unter einem Jahr.
- Kühlschrankdichtungen warten: Eine defekte Dichtung kann den Energieverbrauch um 30 % erhöhen. Monatliche Überprüfung empfohlen.
- Ein-/Ausschaltzeiten programmieren: Heizt Ihr Ofen morgens unnötig 2 Stunden vor dem Service vor? Eine Programmierung auf nur 30 Minuten vor Servicebeginn bringt über das Jahr reale Einsparungen.
- Den Energievertrag verhandeln: Der Energiemarkt ist liberalisiert. Anbieter zu vergleichen kann die Rechnung um 10 bis 20 % senken.
Der Miet- bzw. Pachtvertrag: ein verhandelbarer Posten
Die Miete wird oft als unantastbar wahrgenommen, besonders während der Vertragslaufzeit. Doch Krisenzeiten (Corona, Inflation nach 2022) haben gezeigt, dass Vermieter bei gut geführtem Dialog zu Nachverhandlungen bereit sein können. Prüfen Sie bei jeder anstehenden Vertragsverlängerung die Marktmieten in Ihrer Umgebung und legen Sie ein fundiertes Dossier vor. Mietreduzierungen von 5 bis 15 % wurden in vergleichbaren Situationen erzielt.
Darüber hinaus: Wenn Ihr Restaurant für Förderprogramme zur energetischen Sanierung in Frage kommt (z. B. KfW-Förderung, BAFA-Zuschüsse, in der Schweiz das Gebäudeprogramm), können diese Programme 20 bis 40 % der Kosten für Dämmungsmaßnahmen oder den Austausch energieintensiver Geräte abdecken.
Fazit: 7 Stellschrauben für eine nachhaltig bessere Rentabilität
Kosten im Restaurant zu senken bedeutet nicht, an der Qualität zu sparen — es bedeutet, den Betrieb mit Weitblick zu steuern. Die 7 Stellschrauben in diesem Leitfaden sind keine Theorie: Es sind Maßnahmen, die täglich von den rentabelsten Betrieben der Branche umgesetzt werden.
Zusammenfassung:
- Wareneinsatz: Rezeptblätter + Inventur → 28–32 % anstreben
- Speisekarte: BCG-Matrix + Menu Engineering → „Dogs" streichen, „Stars" fördern
- Verschwendung: FIFO + Abfallwiegen + Too Good To Go → 10 bis 15 % weniger Verluste
- Einkauf: Jährliche Ausschreibung + Saisonalität → 5 bis 12 % Einsparung beim Wareneinsatz
- Personal: Dynamische Dienstpläne + Vielseitigkeit → 10 bis 20 % weniger unproduktive Stunden
- Digital: QR-Code-Speisekarte + Bestellung am Tisch → 300 bis 800 €/Jahr weniger Druckkosten, weniger Fehler
- Energie: LED + Kühlungswartung + Mietverhandlung → 15 bis 30 % weniger Fixkosten
Gemeinsam aktiviert, bieten diese Stellschrauben ein Potenzial von +5 bis +10 Prozentpunkten Nettomarge — bei einem Restaurant mit 350.000 € Umsatz entspricht das 17.500 bis 35.000 € zusätzlichem Gewinn pro Jahr.
Wo anfangen? Beim größten Kostenblock. Berechnen Sie diese Woche Ihren Wareneinsatz. Wiegen Sie nächsten Montag Ihren Abfall. Vergleichen Sie diesen Monat Ihre Lieferantenpreise. Und wenn Sie noch keine digitale Speisekarte haben, testen Sie ALaCarte.Direct kostenlos — das ist der schnellste Weg, Ihre digitale Transformation ohne Anfangsinvestition zu starten.
Die Rentabilität eines Restaurants beruht nicht auf einem Wunder. Sie beruht auf der Summe kluger Entscheidungen, die Woche für Woche mit den richtigen Werkzeugen und den richtigen Daten getroffen werden.