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Geschenkgutscheine richtig bepreisen: Strategien für mehr Umsatz in der Gastronomie

Geschenkgutscheine richtig bepreisen: Strategien für mehr Umsatz in der Gastronomie
Sommaire

Dreißig Euro, fünfzig Euro, hundert Euro… Wenn ein Gastronom Geschenkgutscheine einführt, stellt sich sofort die Frage nach dem richtigen Betrag. Und die Antwort ist keineswegs trivial. Ein schlecht kalibrierter Preis für Restaurant-Geschenkgutscheine führt entweder zu stagnierenden Verkäufen (zu teuer, niemand traut sich) oder zu schwindenden Margen (zu günstig, der Gast gibt vor Ort kaum etwas dazu). Dazwischen liegt eine Wohlfühlzone — sowohl für den Käufer als auch für Ihre Kasse —, die es methodisch zu ermitteln gilt.

Dieser Leitfaden liefert Ihnen konkrete Ansätze, um Ihre Preisstaffelung festzulegen, Ihre Preisstufen zu strukturieren und Ihr Gutschein-Pricing in einen echten Umsatzhebel zu verwandeln.

Warum der Preis von Restaurant-Geschenkgutscheinen alles Weitere bestimmt

Der Betrag auf einem Geschenkgutschein ist nicht nur eine Zahl. Er ist ein Signal an den potenziellen Käufer. Er sagt: „Das ist der Wert des Erlebnisses, das Sie verschenken." Zu niedrig, und er wertet Ihr Haus ab. Zu hoch, und er schafft eine Kaufbarriere.

Die psychologische Wirkung des Betrags

Wenn ein Kunde zwischen einem Restaurant-Geschenkgutschein über 30 € und einer Erlebnisbox aus dem Einzelhandel schwankt, spielt der wahrgenommene Betrag eine entscheidende Rolle. Ein zu runder Preis (50 €, 100 €) kann unpersönlich wirken. Ein zu präziser Preis (47 €) kann künstlich erscheinen.

Es geht darum, Beträge anzubieten, die:

  • Einem konkreten Erlebnis entsprechen (ein Abendessen zu zweit, ein Degustationsmenü)
  • Im durchschnittlichen Geschenkbudget Ihrer Zielgruppe liegen
  • Bei der Einlösung einen Endbon erzeugen, der über dem Gutscheinwert liegt

Der direkte Zusammenhang zwischen Pricing und Conversion-Rate

Ein Gastronom, der ausschließlich einen Gutschein über 100 € anbietet, spricht ein sehr begrenztes Segment an. Wer drei Stufen anbietet (35 €, 60 €, 95 €), deckt ein breiteres Spektrum ab: das Geschenk unter Kollegen, das Geschenk für den Partner, das Familiengeschenk. Jede Stufe entspricht einem anderen sozialen Anlass.

Der Gutscheinbetrag beeinflusst auch den Kaufzeitpunkt. Niedrigere Beträge (25–40 €) verkaufen sich ganzjährig für Geburtstage und spontane Aufmerksamkeiten. Höhere Beträge (80–150 €) konzentrieren sich auf Weihnachten, den Valentinstag und den Muttertag.

So definieren Sie Ihre Preisstufen: Die Methode des durchschnittlichen Bons

Die Grundlage jeder Gutschein-Pricing-Strategie ist Ihr durchschnittlicher Bon pro Gast. Nicht der, den Sie sich wünschen — sondern der tatsächliche.

Schritt 1: Berechnen Sie Ihren durchschnittlichen Bon pro Gast

Nehmen Sie Ihren Umsatz der letzten drei Monate. Teilen Sie ihn durch die Anzahl der servierten Gedecke. So erhalten Sie Ihren tatsächlichen Durchschnittsbon pro Person, inklusive Getränke.

Zum Beispiel:

  • Gehobenes Bistro: durchschnittlicher Bon 38 € pro Person
  • Traditionelle Gaststätte: durchschnittlicher Bon 24 € pro Person
  • Gourmetrestaurant: durchschnittlicher Bon 75 € pro Person

Schritt 2: Bauen Sie Ihre Preisstufen um diesen Bon herum auf

Die Logik ist einfach: Ihre Geschenkgutscheine sollten Vielfache Ihres Durchschnittsbons abdecken.

Bei einem Durchschnittsbon von 38 €:

  • Stufe 1 — 40 €: ein Essen für eine Person (Einstiegsstufe, spontanes Geschenk)
  • Stufe 2 — 75 €: ein Abendessen zu zweit ohne Getränke (in der Regel die meistverkaufte Stufe)
  • Stufe 3 — 120 €: ein komplettes Abendessen zu zweit mit Getränken (Premium-Geschenk)

Bei einem Durchschnittsbon von 24 €:

  • Stufe 1 — 25 €: ein Essen für eine Person
  • Stufe 2 — 50 €: ein Essen zu zweit
  • Stufe 3 — 80 €: ein Essen zu zweit mit Extras

Schritt 3: Fügen Sie eine „freie" Betragsstufe hinzu

Bieten Sie zusätzlich zu Ihren vordefinierten Stufen immer einen frei wählbaren Betrag an. Viele Käufer haben ein genaues Budget im Kopf („Ich möchte genau 65 € ausgeben") und möchten sich nicht auf feste Stufen beschränken lassen.

Der frei wählbare Betrag macht häufig einen beachtlichen Anteil der Verkäufe aus. Er bedient Käufer, die volle Kontrolle über ihr Budget behalten möchten.

Die Drei-Stufen-Strategie: Warum sie funktioniert

Die Verhaltenspsychologie ist in einem Punkt eindeutig: Bei drei Optionen wählt die Mehrheit der Konsumenten die mittlere. Das ist der sogenannte Kompromisseffekt, der in der Verhaltensökonomie gut dokumentiert ist.

Strukturieren, um die Wahl zu lenken

Wenn Sie möchten, dass Ihre 75-€-Stufe am häufigsten verkauft wird, rahmen Sie sie ein:

  • Eine niedrige Stufe bei 40 €, die „etwas knapp zum Verschenken" wirkt
  • Eine mittlere Stufe bei 75 €, die als vernünftige und großzügige Wahl erscheint
  • Eine hohe Stufe bei 120 € für diejenigen, die etwas Besonderes schenken möchten

Die obere Stufe erfüllt eine doppelte Funktion: Sie generiert Premium-Verkäufe und lässt die mittlere Stufe im Vergleich erschwinglicher wirken.

Der Fehler der Einheitsstufe

Manche Gastronomen bieten aus Vereinfachungsgründen nur einen einzigen Betrag an. Das ist ein strategischer Fehler. Ein Einheitsbetrag:

  • Schließt Käufer mit kleinerem Budget aus
  • Frustriert diejenigen, die mehr ausgeben möchten
  • Beseitigt den Vergleichseffekt, der die Entscheidung erleichtert
  • Reduziert zwangsläufig das Verkaufsvolumen

Drei Stufen sind das Minimum. Vier oder fünf Stufen sind akzeptabel, wenn Ihre Preisspanne breit ist (Restaurant mit Mittagsmenü UND Degustationsmenü).

Gutscheine mit Festbetrag versus „Erlebnis"-Gutscheine: Welches Format wählen?

Beim Pricing von Restaurant-Geschenkgutscheinen gibt es zwei Philosophien.

Der Gutschein mit Festbetrag (30 €, 50 €, 100 €)

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • Flexibilität für den Beschenkten (er wählt frei von der Speisekarte)
  • Keine Verfügbarkeitsbeschränkung (gültig für alle Services)
  • Leichter Online-Verkauf

Nachteile:

  • Wirkt eher „unpersönlich" (einen Betrag verschenken vs. ein Erlebnis verschenken)
  • Der Beschenkte sieht sofort den gezahlten Preis
  • Weniger Storytelling in der Kommunikation möglich

Der „Erlebnis"-Gutschein (Degustationsmenü für 2, Sonntagsbrunch, Abend mit Speise-Wein-Begleitung)

Vorteile:

  • Stärkere Geschenkwahrnehmung („Ich lade dich zum Abendessen ein" vs. „Hier sind 80 €")
  • Möglichkeit einer höheren Marge (die tatsächlichen Kosten können unter dem angezeigten Preis liegen)
  • Der Beschenkte sieht den Preis nicht direkt
  • Attraktiver für die Kommunikation in sozialen Medien

Nachteile:

  • Aufwändigere Verwaltung (Verfügbarkeit, Plätze pro Service)
  • Der Beschenkte hat weniger Wahlfreiheit
  • Frustrationsrisiko, wenn das Erlebnis zum Wunschtermin nicht verfügbar ist

Die hybride Lösung

Die meisten Gastronomen, die mit Geschenkgutscheinen erfolgreich sind, kombinieren beide Ansätze:

  • 2 bis 3 Gutscheine mit Festbetrag als Basis
  • 1 bis 2 „Erlebnis"-Gutscheine für besondere Anlässe (Valentinstags-Menü, Festtagsmenü)

Dieses doppelte Angebot bedient sowohl den eiligen Käufer, der einen einfachen Betrag möchte, als auch den Käufer, der nach einem stärker „verpackten" Geschenk sucht.

Saisonales Pricing: Ihre Angebote an den Kalender anpassen

Der Preis für Restaurant-Geschenkgutscheine sollte nicht das ganze Jahr über unverändert bleiben. Die Schenkanlässe ändern sich, und Ihr Angebot muss sich anpassen.

Weihnachten und Jahresende (November–Dezember)

Das ist die Zeit, in der das Geschenkbudget am höchsten ist. Die Käufer sind bereit, mehr zu investieren.

Konkrete Maßnahmen:

  • Stellen Sie Ihre höchste Preisstufe in den Vordergrund
  • Erstellen Sie einen „Festtags-Geschenkgutschein" mit einem Premium-Betrag (150–200 €)
  • Bieten Sie eine ansprechende Verpackung an (auch bei digitalen Gutscheinen zählt die Optik)

Valentinstag (Januar–Februar)

Der Kauf ist auf „Paare" ausgerichtet. Der Betrag sollte einem Abendessen zu zweit entsprechen.

Konkrete Maßnahmen:

  • Gutschein „Romantisches Dinner" abgestimmt auf Ihr Valentinstags-Menü
  • Betrag, der eine Flasche Wein einschließt (das gibt dem Käufer Sicherheit)
  • Kommunikation, die das Erlebnis betont, nicht den Betrag

Muttertag / Vatertag (Mai–Juni)

Kleinere Budgets, aber hohes Volumen. Jetzt ist die Zeit der mittleren Preisstufen.

Konkrete Maßnahmen:

  • Stufe von 50–70 € hervorheben
  • Angebot „Familienbrunch", falls Sie diesen Service anbieten
  • Einfache und direkte Kommunikation

Ruhige Phasen (Januar, September)

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Geschenkgutscheine einzusetzen, um Ihre ruhigen Abende zu füllen. Sie können zeitlich begrenzte Sonderaktionen anbieten wie „Gutschein im Wert von 50 €, zahlbar 45 €", um die Verkäufe anzukurbeln.

Sollten Sie Rabatte auf Geschenkgutscheine anbieten?

Diese Frage kommt immer wieder: „Sollte ich 10 % Nachlass auf meine Geschenkgutscheine geben, um mehr zu verkaufen?"

Die Argumente gegen Rabatte

  • Sie verkaufen ein Versprechen auf zukünftigen Umsatz. Dieses Versprechen zu verramschen bedeutet, Marge aufzugeben, bevor der Gast überhaupt Ihr Lokal betreten hat.
  • Ein Geschenkgutschein ist bereits ein Vertrauensbeweis des Kunden gegenüber Ihrem Haus. Der Preis ist selten das Haupthindernis.
  • Häufige Rabatte gewöhnen die Käufer daran, auf die nächste Aktion zu warten.

Die Argumente dafür (in bestimmten Fällen)

  • B2B-Mengenbestellungen: Ein Unternehmen, das 20 Gutscheine à 50 € für seine Mitarbeiter kauft, kann einen Vorzugspreis erhalten (5 bis 10 % Nachlass). Das Volumen kompensiert die geringere Stückmarge.
  • Markteinführung: Bei der Einführung Ihres Gutscheinprogramms kann ein zeitlich begrenztes Startangebot für Aufmerksamkeit sorgen.
  • Bonus statt Rabatt: Statt einen 50-€-Gutschein für 45 € zu verkaufen, verkaufen Sie ihn für 50 € und bieten bei der Einlösung einen hausgemachten Aperitif dazu. Ihre tatsächlichen Kosten liegen bei 2–3 €, aber der wahrgenommene Mehrwert ist deutlich höher.

Die beste Alternative: Der Zusatzbonus

Statt den Preis zu senken, erhöhen Sie den wahrgenommenen Wert:

  • „Gutschein über 80 €, ein Cocktail am Tisch inklusive"
  • „Gutschein über 120 €, ein Amuse-Bouche vom Küchenchef inklusive"
  • „Gutschein über 50 €, 10 % Ermäßigung auf Ihre nächste Weinbestellung"

Die Kosten für Sie sind minimal. Die Wirkung auf die Kaufentscheidung ist real.

Pricing und Steuern: Was Sie vorausplanen sollten

Der Betrag Ihres Restaurant-Geschenkgutscheins hat steuerliche Auswirkungen, die Sie von Anfang an kennen sollten. Ein Geschenkgutschein ist kein verkauftes Produkt — er ist eine Vorauszahlung auf künftigen Konsum. Die Umsatzsteuer fällt erst bei der Einlösung an, nicht beim Verkauf des Gutscheins.

Für ein umfassendes Verständnis der buchhalterischen und steuerlichen Auswirkungen lesen Sie unseren ausführlichen Leitfaden zur Besteuerung von Restaurant-Geschenkgutscheinen.

Dieser Punkt ist wesentlich, da er Ihre Stufenstrategie beeinflusst: Ein Bruttobetrag von 100 € entspricht je nach Konsumverhalten des Gastes einem unterschiedlichen Nettobetrag — ob Speisen (7 % bzw. 19 % MwSt. in Deutschland) oder alkoholische Getränke (19 % MwSt.). Berücksichtigen Sie dies bei der Berechnung Ihrer tatsächlichen Marge pro Gutschein.

Der Sonderfall B2B-Geschenkgutscheine

Unternehmen stellen ein Segment mit hohem Potenzial für Restaurant-Geschenkgutscheine dar. Kundengeschenke, Mitarbeiterprämien, Jahresendgeschenke… Das Bestellvolumen pro Auftrag liegt oft deutlich über dem im B2C-Bereich.

Eine B2B-Preisstaffel aufbauen

Für das B2B-Geschäft muss Ihr Pricing Folgendes berücksichtigen:

  • Stufen, die auf Firmenbudgets abgestimmt sind: Personalabteilungen und Betriebsräte arbeiten häufig mit standardisierten Budgets (30 €, 50 €, 75 € pro Mitarbeiter)
  • Mengenrabatte: Ab 10 Gutscheinen bieten Sie einen Preisvorteil an (5 % ab 10 Stück, 10 % ab 30 Stück)
  • Runde Beträge: Im B2B-Bereich hat buchhalterische Einfachheit Vorrang vor psychologischer Feinabstimmung

Unternehmenspartnerschaften ausbauen

Geschenkgutscheine sind ein hervorragender Einstieg, um Partnerschaften mit lokalen Unternehmen aufzubauen. Ein Betriebsrat, der Ihre Gutscheine an 50 Mitarbeiter verteilt, bedeutet 50 potenzielle Neukunden, die Ihr Restaurant entdecken.

Der Schlüssel: Bieten Sie einen festen Ansprechpartner, eine saubere Rechnungsstellung und eine Nachverfolgung der eingelösten Gutscheine, um das Unternehmen im Folgejahr erneut kontaktieren zu können.

Wie Sie Ihre Preise kommunizieren, ohne den Kauf zu bremsen

Die Art und Weise, wie Sie Ihre Preise präsentieren, ist genauso wichtig wie die Preise selbst.

Auf Ihrer Website oder Verkaufsseite

  • Zeigen Sie die Stufen von niedrig nach hoch an (der Blick wandert von links nach rechts, von unten nach oben)
  • Heben Sie die Stufe hervor, die Sie am häufigsten verkaufen möchten (Badge „Am beliebtesten", anderer Rahmen)
  • Geben Sie bei jedem Betrag an, welchem Erlebnis er entspricht: „75 € — ideal für ein Abendessen zu zweit"
  • Zwingen Sie den Käufer nicht, nach den Preisen zu suchen — sie müssen sofort sichtbar sein

Im Restaurant und am Empfang

  • Schulen Sie Ihr Team, Geschenkgutscheine beim Bezahlen zu erwähnen: „Wussten Sie, dass wir Geschenkgutscheine anbieten? Ideal, um dieses Erlebnis an jemanden weiterzuschenken."
  • Platzieren Sie einen Aufsteller (kleinen Tischaufsteller, Einleger in der Rechnungsmappe) mit den angezeigten Preisstufen
  • Fragen Sie nicht „Welchen Betrag?" — schlagen Sie direkt vor: „Wir haben Gutscheine über 40 €, 75 € oder 120 €. Welche Stufe passt für Sie?"

In den sozialen Medien

  • Sprechen Sie nie isoliert über „die Preise" Ihrer Geschenkgutscheine
  • Verbinden Sie den Betrag immer mit einem Vorteil: „Verschenken Sie ein komplettes Dinner für zwei — Geschenkgutschein 75 €"
  • Zeigen Sie das Erlebnis, nicht die Zahl

Kundendatenmanagement und personalisiertes Pricing

Wenn Sie Kundendaten erfassen (Bestellhistorie, Vorlieben), können Sie Ihre Pricing-Strategie verfeinern. Ein Stammgast, der durchschnittlich 90 € pro Besuch ausgibt, ist ein hervorragender Kandidat für eine Gutscheinempfehlung über 100 €.

Beachten Sie jedoch: Jede Erhebung von Kundendaten muss den geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechen. Lesen Sie unseren Artikel zum Datenschutz und zur DSGVO-konformen Verarbeitung von Kundendaten, um sicherzustellen, dass Sie alle Voraussetzungen erfüllen, bevor Sie gezieltes Marketing einsetzen.

Die häufigsten Pricing-Fehler

Fehler Nr. 1: Zu weit auseinanderliegende Stufen

Wenn Sie 30 € und 100 € anbieten, ohne etwas dazwischen, klafft eine große Lücke. Der Käufer, der 60 € ausgeben möchte, findet keine passende Option. Er verlässt die Seite oder wählt enttäuscht die niedrige Stufe.

Lösung: Lassen Sie zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stufen nie mehr als 40–50 € Abstand.

Fehler Nr. 2: Eine zu hohe Einstiegsstufe

Wenn Ihr niedrigster Gutschein bei 75 € beginnt, schließen Sie Spontankäufe, Geschenke unter Kollegen und kleine Aufmerksamkeiten aus. Die Einstiegsstufe muss zugänglich bleiben — zwischen 25 € und 40 € je nach Positionierung.

Fehler Nr. 3: Die Akquisitionskosten ignorieren

Jeder verkaufte Geschenkgutschein verursacht Kosten: den physischen Träger (falls zutreffend), die Provision der Verkaufsplattform, den Bearbeitungsaufwand. Wenn Ihre Nettomarge bei einem 30-€-Essen 15 % beträgt, bringt Ihnen ein 30-€-Gutschein nur 4,50 € brutto — abzüglich der Gutscheinkosten selbst.

Ihre Stufen müssen so kalibriert sein, dass der tatsächlich im Restaurant ausgegebene Betrag (Gutschein + Zuzahlung) eine ausreichende Marge erzeugt.

Fehler Nr. 4: Die Preise nie überprüfen

Hat sich Ihre Speisekarte geändert? Haben Sie die Preise erhöht? Hat sich Ihr Durchschnittsbon verändert? Dann müssen auch Ihre Gutscheinstufen angepasst werden. Überprüfen Sie mindestens zweimal jährlich (vor dem Sommer und vor Weihnachten).

Fehler Nr. 5: Den Zusatzumsatz vergessen

Die große Mehrheit der Gutscheineinlöser gibt mehr aus als den Gutscheinwert. Dieses Verhalten ist im Einzelhandel gut dokumentiert. Der Beschenkte fühlt sich „eingeladen" und gönnt sich Extras (ein zusätzliches Dessert, eine teurere Flasche Wein, einen Espresso mit Gebäck).

Ihre Stufen sollten dieses Mehrausgeben-Verhalten fördern: Ein 60-€-Gutschein in einem Restaurant, wo ein Abendessen zu zweit 80 € kostet, garantiert nahezu immer eine Zuzahlung von 20 € an der Kasse.

Ein Empfehlungsprogramm mit Geschenkgutscheinen verbinden

Geschenkgutscheine und Empfehlungsprogramme sind zwei Mechanismen, die sich ideal ergänzen. Ein zufriedener Gast, der einen Geschenkgutschein verschenkt, ist bereits ein natürlicher Botschafter. Sie können diesen Effekt verstärken, indem Sie Gutschein und Empfehlungsprogramm koppeln.

Zum Beispiel: „Für jeden verschenkten Gutschein erhalten Sie 10 % seines Wertes als Guthaben auf Ihrem eigenen Konto." Der Empfehlende wird belohnt, der Empfohlene entdeckt Ihr Restaurant, und Sie gewinnen zwei Gäste statt einen.

Für die konkrete Umsetzung einer solchen Mechanik finden Sie in unserem Leitfaden zur Einrichtung eines Empfehlungsprogramms die einzelnen Schritte im Detail.

Übersichtstabelle: Typische Preisstaffelung nach Positionierung

Gehobenes Bistro (Durchschnittsbon 35–45 €)

Stufe Betrag Typische Verwendung
Einstieg 40 € Essen für eine Person, Kollegengeschenk
Standard 75 € Abendessen zu zweit (ohne Getränke)
Premium 120 € Komplettes Abendessen zu zweit
Frei Nach Wahl Individuelles Budget

Gaststätte / Bistro (Durchschnittsbon 20–30 €)

Stufe Betrag Typische Verwendung
Einstieg 25 € Essen für eine Person
Standard 50 € Essen zu zweit
Premium 80 € Essen zu zweit + Wein
Frei Nach Wahl Individuelles Budget

Gourmetrestaurant (Durchschnittsbon 70–120 €)

Stufe Betrag Typische Verwendung
Einstieg 80 € Mittagsmenü für eine Person
Standard 150 € Abendessen zu zweit (Menü)
Premium 250 € Degustationsmenü zu zweit + Weinbegleitung
Frei Nach Wahl Individuelles Budget

Die Performance Ihres Pricings messen

Sobald Ihre Stufen eingerichtet sind, verfolgen Sie monatlich diese Kennzahlen:

  • Verkaufsverteilung nach Stufe: Wenn eine Stufe mehr als 60 % der Verkäufe ausmacht, sind Ihre anderen Stufen möglicherweise schlecht kalibriert
  • Conversion-Rate der Verkaufsseite: Wie viele Besucher schließen den Kauf ab? Eine Rate unter 3 % kann auf ein Pricing- oder Darstellungsproblem hindeuten
  • Durchschnittlicher Betrag bei der Einlösung: Vergleichen Sie den Gutscheinwert mit dem Endbon. Die positive Differenz ist Ihr durch den Gutschein generierter „Bonus"
  • Einlösungsquote: Ein nicht eingelöster Gutschein ist zwar ein realisierter Ertrag (Umsatz ohne Gegenleistung), aber ein verlorener Gast. Streben Sie eine Einlösungsquote von über 80 % an
  • Durchschnittliche Einlösungsfrist: Wenn Ihre Gutscheine im Schnitt 4 Monate nach dem Kauf eingelöst werden, planen Sie die Auswirkungen auf Ihre Liquidität ein

Tools und Lösungen für Ihr Gutschein-Pricing

Die manuelle Verwaltung von Geschenkgutscheinen (Excel-Tabelle, nummerierte Papiergutscheine) funktioniert bis zu einem gewissen Volumen. Ab mehr als 10–15 Gutscheinen pro Monat wird eine dedizierte Lösung notwendig, um:

  • Mehrere leicht anpassbare Preisstufen anzubieten
  • Den Online-Kauf rund um die Uhr zu ermöglichen
  • Einlösungen und Restguthaben nachzuverfolgen
  • Die Performance nach Preisstufe zu analysieren

Plattformen wie ALaCarte.direct ermöglichen es unabhängigen Gastronomen, ein strukturiertes Geschenkgutschein-Angebot mit individuell anpassbaren Preisstufen und Echtzeit-Tracking einzurichten — ganz ohne technischen Entwicklungsaufwand.

Fazit: Ihr Aktionsplan in 5 Schritten

Sie haben jetzt alle Werkzeuge, um ein effektives Pricing für Ihre Restaurant-Geschenkgutscheine zu strukturieren. Folgendes können Sie noch diese Woche umsetzen:

  1. Berechnen Sie Ihren tatsächlichen Durchschnittsbon der letzten 3 Monate (Umsatz ÷ Anzahl der Gedecke)

  2. Definieren Sie 3 Preisstufen auf Basis dieses Durchschnittsbons: ein Essen für eine Person, ein Abendessen zu zweit, ein Premium-Dinner zu zweit

  3. Fügen Sie einen frei wählbaren Betrag hinzu, um Käufer außerhalb der festen Stufen nicht zu verlieren

  4. Erstellen Sie einen „Erlebnis"-Gutschein für Ihren nächsten besonderen Anlass (Valentinstag, Muttertag, Weihnachten)

  5. Richten Sie ein monatliches Tracking ein: Verkäufe nach Stufe, Durchschnittsbetrag bei Einlösung, Conversion-Rate

Pricing ist keine einmalige Entscheidung. Es ist ein Hebel, den Sie im Laufe der Zeit anhand Ihrer tatsächlichen Daten justieren. Starten Sie einfach, messen Sie, passen Sie an. Und vor allem: Warten Sie nicht auf den „perfekten" Preis, um Ihre Geschenkgutscheine zu starten. Ein nicht perfektes Pricing, das läuft, ist besser als ein theoretisches Pricing, das in der Schublade bleibt.

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Sophie - Rédaction ALaCarte
Sophie - Rédaction ALaCarte

FoodTech & Innovation Restauration

L'équipe éditoriale d'ALaCarte.Direct, spécialiste de la digitalisation des restaurants et de l'innovation FoodTech.