Guides Pratiques

Restaurantkosten senken ohne Qualitätsverlust: Der komplette Leitfaden 2026

Restaurantkosten senken ohne Qualitätsverlust: Der komplette Leitfaden 2026
Sommaire

Die Nettomarge eines Restaurants liegt im DACH-Raum durchschnittlich zwischen 3 und 5 % des Umsatzes. Die Gastronomie zählt zu den anspruchsvollsten Branchen, wenn es um Rentabilität geht: Zwischen Wareneinsatz, Personalkosten, Miete und Fixkosten bleibt wenig Spielraum für Improvisation. Und dennoch arbeiten Tausende Betriebe nicht etwa wegen fehlender Gäste in den roten Zahlen, sondern wegen mangelnder betriebswirtschaftlicher Steuerung.

Die gute Nachricht: Kosten zu optimieren bedeutet nicht, an der Qualität zu sparen. Ganz im Gegenteil — die profitabelsten Gastronomen sind oft diejenigen, die den besten Service bieten, weil sie ihre Ressourcen intelligent einsetzen. Ein zusätzlicher Margenpunkt bei einem Jahresumsatz von 400.000 € bedeutet 4.000 € netto mehr in der Kasse — jedes Jahr. (Für Betriebe in der Schweiz entspricht dies bei einem Umsatz von 430.000 CHF rund 4.300 CHF.) Weiterführend dazu: Erfahren Sie, was Gäste wirklich erwarten, um Ihr Angebot zu optimieren und Verluste zu reduzieren.

Dieser Leitfaden beleuchtet die 7 konkreten Stellschrauben, die Sie ab sofort aktivieren können, um Ihre Rentabilität zu steigern, ohne das Gästeerlebnis zu opfern: Wareneinsatz, Speisekartenoptimierung, Lebensmittelverschwendung, Einkauf, Personal, Digitalisierung und Fixkosten. Jede Stellschraube stützt sich auf belastbare Zahlen und Praxisbeispiele, die Sie direkt in Ihrem Betrieb umsetzen können. Weiterführend dazu: Vermeiden Sie diese 7 fatalen Fehler, die die Rentabilität Ihres Restaurants ruinieren. Weiterführend dazu: Einfache Digitalisierung für Ihr Restaurant bringt sofortige Einsparungen. Weiterführend dazu: Entdecken Sie die 20 Vorteile der digitalen Speisekarte mit detailliertem ROI.


1. Den Wareneinsatz im Griff haben: die entscheidende Kennzahl

Der Food Cost — oder Wareneinsatz — ist das Verhältnis zwischen den Kosten der verwendeten Zutaten und dem erzielten Umsatz. Es ist die erste Kennzahl, die ein Gastronomieberater prüft. Und das aus gutem Grund: Hier entscheiden sich in den meisten Betrieben zwischen 5 und 15 Margenpunkte. Weiterführend dazu: Lernen Sie, den Wareneinsatz Ihrer Speisekarte mit unserer einfachen Methode präzise zu berechnen.

Welcher Wert ist ideal?

In der klassischen Gastronomie liegt der ideale Food Cost zwischen 28 und 32 % des Netto-Verkaufspreises. Unter 28 % riskieren Sie, dass die wahrgenommene Qualität leidet. Über 35 % arbeiten Sie bei vielen Gerichten mit Verlust. Schnellrestaurants und Imbissbetriebe streben eher 25–28 % an, während gehobene Restaurants einen höheren Food Cost (35–40 %) akzeptieren — kompensiert durch höhere Verkaufspreise und eine optimierte Auslastung.

Wie berechnet man ihn?

Die Formel ist einfach:

Food Cost (%) = (Zutatenkosten des Gerichts ÷ Netto-Verkaufspreis) × 100

Praxisbeispiel: Ein gegrilltes Lachsgericht kostet 4,80 € an Zutaten (Portion 180 g à 22 €/kg = 3,96 € + Beilagen 0,84 €) und wird für 16 € netto verkauft. Food Cost = (4,80 / 16) × 100 = 30 %. Das liegt im Zielbereich.

Wenn Sie nun eine Sauce falsch dosieren (40 g statt der im Rezeptblatt vorgesehenen 25 g), steigen die Kosten auf 5,40 €, also ein Food Cost von 33,75 %. Multiplizieren Sie diese Abweichung mit 40 Gedecken pro Tag und 300 Betriebstagen im Jahr: Sie haben gerade 7.200 € Marge pro Jahr bei nur einem einzigen Gericht verloren.

Das Rezeptblatt: Basiswerkzeug, oft nicht vorhanden

Das Rezeptblatt ist die detaillierte Anleitung eines Gerichts mit genauen Grammangaben für jede Zutat, den Stückkosten und den Gesamtkosten der Portion. Es ist das Kontrollinstrument für den Food Cost schlechthin — und 60 % der Restaurants haben es nicht für ihre gesamte Speisekarte erstellt.

Ein gut aufgebautes Rezeptblatt ermöglicht es:

  • Preise konsistent festzulegen, die Ihren Margenzielen entsprechen
  • Das Küchenteam zu schulen, damit reproduzierbare Standards eingehalten werden
  • Abweichungen schnell zu erkennen (zu große Portionen, Zutatenaustausch)
  • Preise anzupassen, wenn sich die Einkaufskosten ändern (Inflation, Saisonalität)

Beginnen Sie mit den 10 Gerichten, die 70 % Ihres Umsatzes ausmachen. Erstellen Sie deren Rezeptblätter, berechnen Sie den tatsächlichen Food Cost und vergleichen Sie ihn mit Ihrem Zielwert. Die Abweichungen werden Sie häufig überraschen.

Die monatliche Inventur: die Kontrollinstanz

Ein theoretischer Food Cost (berechnet auf Basis der Rezeptblätter) ohne Abgleich mit dem tatsächlichen Food Cost (berechnet auf Basis der Lagerbestände) ist wertlos. Die monatliche — oder idealerweise wöchentliche — Inventur für teure Produkte ermöglicht es, die Abweichung zu messen und deren Ursachen zu identifizieren: Verschwendung, Diebstahl, Dosierfehler, falsch kalkulierte Ausbeuten.


2. Die Speisekarte optimieren: Menu Engineering

Ihre Speisekarte ist nicht nur ein Verkaufsmittel — sie ist ein Steuerungsinstrument für die Rentabilität. Jedes Gericht hat ein eigenes Profil: Manche verkaufen sich häufig, bringen aber wenig ein; andere bringen viel ein, verkaufen sich aber zu selten. Das Menu Engineering — die systematische Speisekartenanalyse — hilft Ihnen zu erkennen, welche Gerichte Sie beibehalten, hervorheben, anpassen oder streichen sollten.

Die BCG-Matrix auf die Speisekarte angewandt

Die Gerichte werden nach zwei Achsen klassifiziert: ihrer Beliebtheit (Absatzmenge) und ihrer Rentabilität (Deckungsbeitrag pro Gericht). Daraus ergeben sich vier Kategorien:

  • Stars (Renner): sehr beliebt UND sehr rentabel → hervorheben, Präsentation optimieren, Gäste auf diese Gerichte binden
  • 🐄 Plowhorses (Zugpferde): sehr beliebt, aber wenig rentabel → Preis leicht anheben oder Kosten senken (günstigere Beilage, Portion geringfügig anpassen)
  • 🧩 Puzzles (Schläfer): wenig beliebt, aber sehr rentabel → Platzierung auf der Karte verbessern, Servicepersonal schulen, diese Gerichte aktiv zu empfehlen
  • 🐕 Dogs (Ladenhüter): wenig beliebt UND wenig rentabel → streichen oder komplett überarbeiten

Diese Analyse zweimal jährlich durchzuführen sorgt dafür, dass Ihre Speisekarte lebendig, rentabel und stimmig bleibt.

Die 70-%-Regel

Eine zu umfangreiche Speisekarte ist eine Falle: Sie erschwert die Lagerhaltung, erhöht die Verschwendung und verwässert die Identität Ihres Betriebs. Die Faustregel: Die 20 % meistverkauften Gerichte machen in der Regel 70 % Ihres Umsatzes aus. Eine kompakte Karte (12 bis 18 Gerichte in Vorspeise-Hauptgang-Dessert) ist oft rentabler als eine Karte mit 40 Positionen.

Die psychologischen Hebel der Speisekarte

Menu Engineering betrifft auch die Art und Weise, wie Ihre Karte gestaltet ist. Einige bewährte Prinzipien:

  • Spitzengerichte visuell hervorheben (Stars und Puzzles), um den Blick des Gastes zu lenken
  • Das €-Zeichen weglassen: Studien zeigen, dass Gäste mehr ausgeben, wenn Preise ohne Währungssymbol dargestellt werden
  • Rentable Gerichte oben rechts platzieren: Das ist die Zone, die das Auge beim Lesen zuerst erfasst
  • Ansprechende Beschreibungen: „Entenbrust mit konfierter Feige aus der Region" verkauft sich besser und rechtfertigt einen höheren Preis als „Entenbrust aus dem Ofen"

3. Lebensmittelverschwendung reduzieren: Retten, was in der Tonne landet

Lebensmittelverschwendung kostet ein mittelgroßes Restaurant durchschnittlich 15.000 bis 30.000 € pro Jahr. Branchenstudien schätzen, dass 10 bis 15 % der Lebensmitteleinkäufe im Müll landen — zwischen Küchenabfällen (Schalen, Verschnitt), nicht abgerufenen Speisen im Gastraum und Bestellfehlern. Das ist ein erhebliches Rentabilitätspotenzial, das oft ungenutzt bleibt.

Abfälle wiegen: die schonungslose Bestandsaufnahme

Der erste Schritt ist einfach: Wiegen Sie Ihre Lebensmittelabfälle eine Woche lang und trennen Sie dabei nach Kategorien (nicht verwendete Produkte, Tellerrückläufe, Tagesreste). Diese Bestandsaufnahme offenbart oft Überraschungen. Ein Restaurant, das seine Lagerhaltung für gut organisiert hielt, stellt fest, dass es pro Woche Ware im Wert von 800 € wegwirft.

Die FIFO-Methode (First In, First Out)

Die FIFO-Regel — zuerst rein, zuerst raus — ist die Grundlage der Frischwarenwirtschaft. Zuerst gelieferte Produkte müssen zuerst verbraucht werden. Das klingt selbstverständlich, erfordert in der Praxis aber Disziplin: Waren mit dem Eingangsdatum beschriften, Kühlhäuser und Kühlschränke so organisieren, dass die ältesten Produkte immer vorne stehen.

In Kombination mit einem präzisen Bestellsystem, das auf der Verkaufshistorie basiert (und nicht auf der Intuition des Küchenchefs oder Betriebsleiters), kann die FIFO-Methode die Verluste je nach Betrieb um 20 bis 40 % senken.

Abschnitte und Reste verwerten

Gemüseschalen werden zu Brühen. Saucenreste fließen in Tagesgerichte ein. Brotreste werden zu Arme Ritter, Croûtons und hausgemachter Panade. Diese „Zero Waste"-Philosophie ist kein Trend — sie ist wirtschaftlicher Sachverstand.

Einige konkrete Ideen:

  • Fleischabschnitte → Terrinen, Rillettes, Schmorgerichte
  • Überreifes Gemüse → Suppen, Cremesuppen, Saucenbasen
  • Angebrochener Käse → Fondues, Gratins, überbackene Brote
  • Obstreste → Coulis, hausgemachte Sorbets

Too Good To Go und weitere Partnerschaften gegen Verschwendung

Die Plattform Too Good To Go ermöglicht es, übrig gebliebene Speisen am Ende des Services als „Überraschungstüten" zu einem reduzierten Preis (zwischen 3 und 5 €) zu verkaufen. Statt wegzuwerfen, decken Sie einen Teil der Warenkosten und gewinnen neue Gäste. Europaweit nutzen bereits Zehntausende Gastronomiebetriebe diesen Service — auch im DACH-Raum ist die Verbreitung stark gewachsen. Die durchschnittliche Bilanz: 50 bis 150 € zusätzliche Einnahmen pro Woche für einen Betrieb mit 50 Sitzplätzen.


4. Den Einkauf optimieren: Besser verhandeln, klüger einkaufen

Der Einkauf macht in der Regel 25 bis 35 % des Umsatzes eines Restaurants aus. Das ist der Kostenblock, der sich kurzfristig am direktesten beeinflussen lässt. Mit einigen strukturierten Maßnahmen lässt sich dieser Anteil um 3 bis 5 Prozentpunkte senken, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Lieferanten regelmäßig überprüfen

Viele Gastronomen arbeiten seit Jahren mit denselben Lieferanten, ohne die Konditionen jemals zu hinterfragen. Das ist ein Fehler. Der Markt verändert sich, der Wettbewerb spielt, und Sie haben eine Verhandlungsposition, die Sie nicht nutzen. Führen Sie jährlich eine Angebotsvergleich für Ihre 10 wichtigsten Einkaufsposten durch: Holen Sie Vergleichsangebote ein, legen Sie diese Ihren aktuellen Lieferanten vor, verhandeln Sie.

Allein eine Ausschreibung bei Fleisch, Milchprodukten und Getränken kann 5 bis 12 % Einsparungen bei diesen Posten erzielen — ohne das Qualitätsniveau zu verändern.

Einkaufsgemeinschaften

Einkaufszentralen und -gemeinschaften ermöglichen auch unabhängigen Betrieben den Zugang zu Großhandelskonditionen. Anbieter wie Transgourmet, Metro, Chefs Culinar oder regionale Gastronomenverbände (in Deutschland etwa über den DEHOGA oder Einkaufsgenossenschaften) bieten über Mengenrabatte verhandelte Sonderkonditionen. Unabhängige Gastronomen berichten durch den Beitritt zu einer Einkaufsgemeinschaft von Einsparungen von 8 bis 15 % bei ihren Lebensmitteleinkäufen.

Saisonalität nutzen

Saisonales Gemüse kostet 30 bis 50 % weniger als importierte Ware außerhalb der Saison — und es ist frischer und geschmackvoller. Die Speisekarte an die Jahreszeiten anzupassen ist zugleich ein Verkaufsargument (regionale, frische Produkte) und ein bedeutender Hebel zur Kostenoptimierung. In der Praxis bedeutet das:

  • Speisekartenwechsel 4-mal im Jahr einplanen (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)
  • 2 bis 3 wechselnde „Marktgerichte" pro Woche einbauen, um Preisvorteile beim Einkauf zu nutzen
  • Das Serviceteam schulen, saisonale Produkte bei der Empfehlung aktiv hervorzuheben

Direktvermarktung: ein wirtschaftlicher und marketingtechnischer Vorteil

Der direkte Einkauf bei lokalen Erzeugern schaltet Zwischenhändler aus. Bei bestimmten Produkten (Geflügel, Gemüse, Käse) können die Einsparungen gegenüber klassischen Großhändlern 15 bis 25 % betragen — bei gleichzeitig besserer Rückverfolgbarkeit und höherer Qualität. Das ist zudem ein starkes Kommunikationsargument, das von einer zunehmend herkunftsbewussten Kundschaft geschätzt wird.


5. Personalkosten senken, ohne die Motivation zu gefährden

Die Personalkosten machen in einem gut geführten Restaurant 30 bis 35 % des Umsatzes aus — und oft deutlich mehr in nicht optimierten Betrieben. Das ist nach dem Wareneinsatz der zweitgrößte Kostenblock und einer der heikelsten, da er unmittelbar die Mitarbeitenden und die Servicequalität betrifft.

Dienstpläne an die tatsächliche Auslastung anpassen

Zu viele Gastronomen erstellen ihre Dienstpläne „nach Gewohnheit" statt auf Basis von Reservierungen und der historischen Belegungsdaten. Dabei sind die Schwankungen erheblich: Ein Dienstagmittag im Januar erfordert nicht dieselbe Besetzung wie ein Freitagabend im Juli. Die Nutzung von Reservierungsdaten und Belegungshistorien für dynamische Dienstpläne kann unproduktive Arbeitsstunden um 10 bis 20 % reduzieren.

Konkret: Wenn Ihre Daten zeigen, dass der Montagabend nur 40 % der Gedecke des Dienstagabends erreicht, sollten Sie erwägen, am Montagabend zu schließen — oder nur mit Minimalbesetzung zu arbeiten, etwa mit 1 Servicekraft statt 3.

Vielseitigkeit: eine lohnende Investition

Das Team in Vielseitigkeit zu schulen — ein Commis, der auch spülen kann, eine Servicekraft, die auch die Kasse bedient — ermöglicht es, Belastungsspitzen ohne Neueinstellungen abzufangen und Ausfälle ohne Chaos zu managen. Gleichzeitig ist es ein Instrument der Weiterqualifizierung, das von den Mitarbeitenden selbst geschätzt wird.

Die Investition von 2 bis 3 Tagen Querschulung pro Quartal generiert wiederkehrende Einsparungen bei Vertretungen und Zeitarbeit — deren Kosten 20 bis 30 % über denen einer vergleichbaren Festanstellung liegen.

Überstunden besser managen

Überstunden kosten gemäß den gesetzlichen Vorgaben (in Deutschland laut Arbeitszeitgesetz, in Österreich laut AZG) deutlich mehr als reguläre Arbeitsstunden. In vielen Betrieben resultieren sie eher aus schlechter Organisation als aus echter Überlastung. Eine einfache Auswertung der Zeiterfassung über 3 Monate offenbart oft vermeidbare Muster: Besprechungen außerhalb der Servicezeiten, ineffiziente mise en place, nicht synchronisierte Abläufe zwischen Küche und Service.


6. Digitalisierung für Einsparungen: Weniger Papier, mehr Daten

Digitalisierung ist längst nicht mehr nur großen Ketten vorbehalten. Heute stehen bereits ab dem ersten Betrieb zugängliche Tools zur Verfügung, die es ermöglichen, Betriebskosten zu senken und gleichzeitig das Gästeerlebnis sowie die Qualität betriebswirtschaftlicher Entscheidungen zu verbessern.

Die digitale Speisekarte: ein sofortiger Sparfaktor

Ein Restaurant, das seine Speisekarten druckt, gibt zwischen 300 und 800 € pro Jahr aus — oft mehr, wenn die Karte häufig wechselt oder Laminierungen und Einrahmungen hinzukommen. Die digitale Speisekarte (zugänglich per QR-Code) eliminiert diese Kosten und bietet gleichzeitig volle Flexibilität: Einen Preis ändern, ein nicht verfügbares Gericht entfernen, ein Tagesangebot hinzufügen — das alles ist in Sekunden vom Smartphone aus erledigt.

Die Bestellung am Tisch: Weniger Fehler, besserer Service

Bestellfehler sind teuer: Ein Gericht muss neu zubereitet werden, der Gast ist unzufrieden, die Rechnung wird erlassen. Branchenstudien schätzen, dass Bestellfehler 1 bis 2 % des Umsatzes an direkten Kosten (neu zubereitete Gerichte) und indirekten Kosten (negative Bewertungen, Gäste die nicht wiederkommen) ausmachen. Die digitale Bestellung am Tisch reduziert diese Fehler erheblich und sorgt gleichzeitig für einen reibungsloseren Service.

ALaCarte.Direct: der kostenlose Einstieg

Tools wie ALaCarte.Direct ermöglichen Ihnen den kostenlosen Start mit einer professionellen digitalen Speisekarte, zugänglich per QR-Code und automatisch in mehrere Sprachen übersetzt. Für ein Restaurant mit Touristen kann die automatische Speisekartenübersetzung eine Ersparnis von 200 bis 500 € pro Jahr gegenüber gedruckten mehrsprachigen Karten bedeuten. Weiterführend dazu: Sobald Ihre Kosten optimiert sind, steigern Sie Ihren Umsatz mit diesen kostenlosen Marketingstrategien.

Echtzeitdaten: bessere Entscheidungen treffen

Der wahre Wert der Digitalisierung liegt in den Daten, die sie erzeugt. Welche Gerichte verkaufen sich am besten? Zu welcher Uhrzeit? Wie hoch ist der durchschnittliche Bon-Wert pro Service? An welchen Tagen bestellen die Gäste am meisten Desserts? Diese Informationen, kombiniert mit Ihren Warenkosten und Ihrem Dienstplan, ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung. Das ist der Unterschied zwischen Bauchgefühl und datengestützter Betriebsführung.


7. Energie und Fixkosten: die vergessenen Einsparpotenziale

Energie und Fixkosten machen durchschnittlich 8 bis 12 % des Umsatzes eines Restaurants aus. Oft wird das als unveränderlich hingenommen — ein „nicht komprimierbarer" Posten. In Wirklichkeit sind Einsparungen von 15 bis 30 % mit einem strukturierten Ansatz realisierbar.

Das Energieaudit: unverzichtbarer Ausgangspunkt

Bevor Sie handeln, müssen Sie messen. Ein einfaches Energieaudit — häufig kostenlos angeboten von Energieversorgern oder den Industrie- und Handelskammern (IHK) — identifiziert die Verbrauchsposten und Anomalien: falsch eingestellter Ofen, Kühlhaus mit defekter Dichtung, Gastraumbeleuchtung, die den ganzen Tag unnötig brennt.

In der Gastronomie sind die größten Energieverbraucher:

  • Die Küche (Öfen, Herde, Fritteusen): 40 bis 50 % des Verbrauchs
  • Die Kühlung (Kühlhäuser, Kühlschränke): 20 bis 30 %
  • Beleuchtung und Heizung des Gastraums: 20 bis 25 %
  • Die Klimaanlage: variabel je nach Region und Jahreszeit

Maßnahmen mit schneller Wirkung

  • Auf LED-Beleuchtung umstellen: 60 bis 75 % Einsparung beim Beleuchtungsposten. Amortisation in den meisten Fällen in unter einem Jahr.
  • Kühlschrankdichtungen warten: Eine defekte Dichtung kann den Stromverbrauch um 30 % erhöhen. Monatliche Überprüfung empfohlen.
  • Ein-/Ausschaltzeiten programmieren: Heizen Ihre Öfen morgens unnötig 2 Stunden vor Servicebeginn vor? Das Einschalten erst 30 Minuten vorher zu programmieren bringt über das Jahr reale Einsparungen.
  • Den Energievertrag verhandeln: Der Energiemarkt ist liberalisiert. Anbieter gegeneinander ausspielen kann die Rechnung um 10 bis 20 % reduzieren.

Der Mietvertrag: eine verhandelbare Position

Die Miete wird oft als unantastbar empfunden, besonders während der Vertragslaufzeit. Dennoch haben Krisenzeiten (Corona, Inflation nach 2022) gezeigt, dass Vermieter zu Nachverhandlungen bereit sein können, wenn der Dialog gut geführt wird. Prüfen Sie vor jeder Vertragsverlängerung die ortsübliche Vergleichsmiete (in Deutschland gemäß den Regelungen des Gaststättengesetzes und des Gewerbemietrechts) und legen Sie ein fundiertes Dossier vor. Mietreduktionen von 5 bis 15 % wurden in vergleichbaren Situationen erzielt.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland und Österreich verschiedene Förderprogramme für energetische Sanierung (z. B. KfW-Förderung, BAFA-Zuschüsse, in Österreich die Umweltförderung des BMK). Diese Programme können 20 bis 40 % der Kosten für Dämmmaßnahmen oder den Austausch energieintensiver Geräte abdecken. In der Schweiz bieten kantonale Förderprogramme ähnliche Unterstützung.


Fazit: 7 Stellschrauben für eine nachhaltig bessere Rentabilität

Kosten im Restaurant zu senken bedeutet nicht, an der Qualität zu sparen — es bedeutet, den Betrieb mit Disziplin zu steuern. Die 7 Stellschrauben in diesem Leitfaden sind keine Theorie: Es sind Maßnahmen, die von den rentabelsten Betrieben der Branche tagtäglich angewandt werden.

Zusammenfassung:

  1. Wareneinsatz: Rezeptblätter + Inventur → Zielwert 28–32 %
  2. Speisekarte: BCG-Matrix + Menu Engineering → „Ladenhüter" streichen, „Stars" stärken
  3. Verschwendung: FIFO + Abfälle wiegen + Too Good To Go → -10 bis -15 % weniger Verluste
  4. Einkauf: Jährlicher Angebotsvergleich + Saisonalität → -5 bis -12 % beim Wareneinsatz
  5. Personal: Dynamische Dienstpläne + Vielseitigkeit → -10 bis -20 % unproduktive Stunden
  6. Digital: QR-Code-Speisekarte + Bestellung am Tisch → -300 bis -800 €/Jahr Druckkosten, weniger Fehler
  7. Energie: LED + Kühlung warten + Mietverhandlung → -15 bis -30 % bei den Fixkosten

In Kombination bieten diese Stellschrauben ein Potenzial von +5 bis +10 Prozentpunkten Nettomarge — bei einem Restaurant mit 350.000 € Umsatz bedeutet das zwischen 17.500 und 35.000 € zusätzliches Ergebnis pro Jahr.

Wo anfangen? Dort, wo die größten Kosten entstehen. Berechnen Sie diese Woche Ihren Food Cost. Wiegen Sie nächsten Montag Ihre Abfälle. Vergleichen Sie diesen Monat Ihre Lieferantenpreise. Und wenn Sie noch keine digitale Speisekarte haben, testen Sie ALaCarte.Direct kostenlos — das ist der schnellste Weg, Ihre digitale Transformation ohne Anfangsinvestition zu starten.

Die Rentabilität eines Restaurants beruht nicht auf einem Wunder. Sie beruht auf der Summe fundierter Entscheidungen, die jede Woche mit den richtigen Werkzeugen und den richtigen Daten getroffen werden.

Cet article vous a-t-il été utile ?

Partager cet article :
Sophie - Rédaction ALaCarte
Sophie - Rédaction ALaCarte

FoodTech & Innovation Restauration

L'équipe éditoriale d'ALaCarte.Direct, spécialiste de la digitalisation des restaurants et de l'innovation FoodTech.

Articles similaires