Die Allergenkennzeichnung ist seit 2014 für alle Gastronomiebetriebe gesetzlich vorgeschrieben — dennoch sind 2026 immer noch rund 20 % der Betriebe nicht vollständig konform. Dieser umfassende Leitfaden erklärt, was Sie kennzeichnen müssen, wie Sie es richtig umsetzen und wie digitale Lösungen die Einhaltung erheblich vereinfachen.
1. Der Rechtliche Rahmen: LMIV und Nationales Recht
Die Regelungen zur Allergenkennzeichnung basieren auf folgenden zentralen Rechtsgrundlagen:
- EU-Verordnung Nr. 1169/2011 (LMIV)
- Lebensmittelinformationsverordnung — Information der Verbraucher über Lebensmittel. Gültig seit dem 13. Dezember 2014 in der gesamten Europäischen Union. Schreibt die Kennzeichnung von 14 Allergenen für alle verpackten UND unverpackten Lebensmittel (einschließlich Gastronomie) vor.
- LMIDV (Deutschland)
- Die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung regelt die nationale Umsetzung. Für lose Ware (Gastronomie) ist die mündliche oder schriftliche Information zulässig, jedoch muss die Auskunft zugänglich, korrekt und auf Nachfrage verfügbar sein.
- Anhang II der LMIV
- Enthält die verbindliche Liste der 14 Stoffe und Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können.
- DEHOGA-Leitfaden / Lebensmittelüberwachung 2024
- Praktische Empfehlungen für die Außer-Haus-Verpflegung. Die Behörden empfehlen eine schriftliche und dauerhafte Kennzeichnung (auf der Speisekarte oder daneben), um Streitigkeiten zu vermeiden.
2. Die 14 Kennzeichnungspflichtigen Allergene
Diese 14 Stoffe müssen verpflichtend angegeben werden, sobald sie in der Zusammensetzung eines Gerichts enthalten sind — auch in kleinsten Mengen:
| # | Allergen | Typische Beispiele |
|---|---|---|
| 1 | Glutenhaltiges Getreide | Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel |
| 2 | Krebstiere | Garnelen, Hummer, Krabben, Langusten |
| 3 | Eier | Hühnereier und Eier anderer Geflügelarten |
| 4 | Fisch | Alle Fischarten, einschließlich Sardellen |
| 5 | Erdnüsse | Erdnussbutter, Erdnussöl |
| 6 | Soja | Sojalecithin, Tofu, Miso |
| 7 | Milch | Butter, Sahne, Käse, Laktose |
| # | Allergen | Typische Beispiele |
|---|---|---|
| 8 | Schalenfrüchte | Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Pistazien, Cashew |
| 9 | Sellerie | Knollensellerie, Stangensellerie, Selleriesalz |
| 10 | Senf | Senfkörner, Senfblätter, Senföl |
| 11 | Sesamsamen | Tahini, Sesamöl, Sesambrötchen |
| 12 | Schwefeldioxid / Sulfite | Wein, Essig, Trockenfrüchte (>10 mg/kg) |
| 13 | Lupinen | Lupinenmehl, Lupinensamen |
| 14 | Weichtiere | Muscheln, Austern, Tintenfisch, Schnecken |
3. Ihre Konkreten Pflichten je nach Betriebsart
Restaurants mit Bedienung am Tisch
- ✅ Schriftliche Kennzeichnung der Allergene auf der Speisekarte oder einem sichtbaren Aushang
- ✅ Information vor der Bestellung verfügbar (nicht erst auf mündliche Nachfrage)
- ✅ Information korrekt und aktuell bei jedem Rezeptwechsel oder Lieferantenwechsel
- ❌ Die ausschließlich mündliche Auskunft („Fragen Sie Ihren Kellner") gilt nicht mehr als Best Practice — die Behörden empfehlen die schriftliche Kennzeichnung
Restaurants mit Außer-Haus-Verkauf / Click & Collect
- ✅ Angabe auf der Online-Speisekarte vor Abschluss der Bestellung
- ✅ Information auf der Verpackung oder einem beigelegten Dokument
- ✅ Bei Lieferplattformen (Lieferando, Wolt, UberEats): Prüfen Sie, ob die Allergene in Ihrem Profil korrekt hinterlegt sind
Buffets und Selbstbedienung
- ✅ Einzelne Schilder an jedem Gericht
- ✅ Übersichtstabelle sichtbar und zugänglich
Hotels (Zimmerservice, integriertes Restaurant)
- ✅ Zimmerkarte mit Allergenhinweisen
- ✅ Website / App mit Allergenkennzeichnung bei digitaler Bestellung
- ✅ Schulung des Personals zur kompetenten Beantwortung von Gästefragen
4. Risiken und Sanktionen bei Verstößen
Die zuständigen Behörden führen unangekündigte Kontrollen durch. 2025 erhielten rund 20 % der kontrollierten Betriebe Beanstandungen wegen mangelhafter Allergenkennzeichnung.
Bußgelder bis zu 50.000 € je Verstoß (§ 59 LFGB). Bei wiederholten Verstößen droht eine behördliche Betriebsschließung gemäß Gaststättengesetz.
Bei einem Vorfall durch ein nicht deklariertes Allergen: Haftung des Gastronomen. Es wurden bereits Verurteilungen mit Schadensersatzzahlungen in fünfstelliger Höhe ausgesprochen.
„Die Lebensmittelüberwachung hat seit 2024 die Kontrollen zur Allergenkennzeichnung deutlich intensiviert. Betriebe ohne klare Kennzeichnung riskieren nicht nur Bußgelder, sondern vor allem schwerwiegende gesundheitliche Folgen für ihre Gäste."
5. Allergene Kennzeichnen: 4 Methoden im Vergleich
| Methode | Kosten | Aktualisierung | Rechtskonformität | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Allergen-Tabelle auf Papier Aushang im Gastraum mit ✓/✗ pro Gericht |
~20 € (Druck) | ⚠️ Neudruck bei jeder Änderung | ✅ Konform | 🟡 Akzeptabel |
| Kennzeichnung auf der Speisekarte Symbole oder Icons bei jedem Gericht |
~50–100 € (Grafik + Druck) | ⚠️ Neudruck erforderlich | ✅ Konform | 🟡 Akzeptabel |
| Allergen-Ordner Detailliertes Dokument auf Nachfrage verfügbar |
~30 € (Laminierung) | ⚠️ Manuelle Aktualisierung aufwendig | ⚠️ Konform, wenn zugänglich | 🔴 Nicht empfohlen (häufig Streitpunkt) |
| Digitale Speisekarte mit integrierter Allergenkennzeichnung Icons pro Gericht, Aktualisierung in Echtzeit |
0 € (kostenlose Lösungen) | ✅ Sofortige Aktualisierung | ✅ Konform + digitaler Nachweis | ✅ Empfohlen |
6. Die Digitale Speisekarte: Die Einfachste und Sicherste Lösung
Die digitale Speisekarte löst alle Probleme der Allergenkonformität auf einen Schlag:
- Automatische Allergen-Icons bei jedem Gericht
- Sofortige Aktualisierung ohne Neudruck
- Änderungshistorie (Nachweis bei Kontrollen)
- Filterfunktion für Allergiker (verbessertes Gästeerlebnis)
- Mehrsprachig: Allergene in der Sprache des Gastes angezeigt
- Weniger Rückfragen beim Service → flüssigerer Ablauf
- Allergiker fühlen sich sicherer → stärkere Gästebindung
- Keine Druck- oder Laminierungskosten
- Automatische Konformität bei Speisekartenwechsel
- Imagegewinn für den Betrieb („verantwortungsvoller Gastgeber")
So funktioniert es mit ALaCarte.Direct
- Erstellen Sie Ihre Speisekarte auf alacarte.direct (kostenlos, in 30 Sekunden)
- Für jedes Gericht haken Sie die zutreffenden Allergene aus der Liste der 14 an
- Automatisch werden die Allergen-Icons auf Ihrer digitalen Speisekarte angezeigt
- Ihre Gäste können direkt am Smartphone nach Allergenen filtern
- Sie ändern ein Rezept? Ein Klick genügt, um die Kennzeichnung zu aktualisieren
7. Checkliste Allergenkonformität 2026
Mise en place (einmalige Einrichtung)
Laufende Pflege (bei jeder Änderung)
Offizielle Ressourcen
- BVL — Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
- EU-Verordnung Nr. 1169/2011 (LMIV) auf EUR-Lex
- DEHOGA — Deutscher Hotel- und Gaststättenverband
- WKO Gastronomie — Wirtschaftskammer Österreich
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